Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 15 (Dezember 1852)
- Article
- Galerie jüdischer Reisebeschreiber
- Date
- 1852-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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Galerie jüdischer Reisebeschreiber. 569 b. Asaria, u. A. unter denen Barak ben Abinoam! — B.'s Bericht ist übrigens noch nickt mit Wundern ausgeschmückt: Petachia der kaum um 30 Jahre später reiste, erzählt schon (S. 58), daß in der Höhle wo Hillel und Sammai begraben sind sich ein hohler Stein (eine Art Bassin) finde, der vierzig Maaß Wasser enthält. Kommen fromme Männer hinein so ist das Bassin voll und sie können sich waschen. Der Stein hat unten kein Loch und das Wasser kommt nicht aus der Erde: und dennoch bleibt das Bassin, soviel Wasser man auch daraus schöpfe, immer voll. Auch Samuel b. Simson (Ilineraire p. 134) erwähnt letzteren Umstand, und, wie er sagt, aus eigener Erfahrung. Er reiste in Gesellschaft des Nasi (von Palästina), sie fanden bei diesen Gräbern mehrere Bassins, deren einige voll, einige leer waren. Der Nasi ließ untersuchen, woher das Wasser komme, sie konnten aber nirgends einen Zufluß entdecken. Sie ließen hierauf viel Wasser aus dem Bassin ablaufen: LieQuantität wurde nicht weniger. — Auch der nüchterne Parchi gedenkt (6. 11. p. 47) dieser Gräber und fügt hinzu, daß zu Meron auch R. Simon b. Jochai und dessen Sohn R. Eleasar begraben seien (vgl. Baba Mezia 84). Die Kabbalisten, die R. Simon b. Jochai als ihren ersten Meister und Verfasser des Buches Sohar betrachten, feiern noch hier alljährlich am 18. Jjar ein Fest, dem sogar Reisende aus Damascus, Aleppo, Bagdad, Kairo und Eonstantiuopel beiwohnen (Schwarz S. 148). Ehe wir mit B. Palästina verlassen, möge Manches über den Zustand der Juden daselbst in den nächstfolgenden Jahrhunderten angeführt werden. Aus Parchi ist wahrzunehmen, daß nachdem Jerusalem wieder unter mahomedanische Herrschaft gekommen, die Juden sich dort freier bewegten. Er erzählt (6. 6. S. 19.), daß die Leute aus Sin (Tripolis, Chämat (Hamas, Damascus, Zoba (Aleppo), Mizrajim (Kairo) und Alexandrien an den Feiertagen nach Jerusalem zu ziehen Pflegen. Ausführlicher berichtet ein fast gleichzeitiger Reisender: R. Jsack Chelo aus Lerida in Aragonien, der 1333 nach Palästina ging'). Zu Jerusalem fand er eine sehr zahlreiche jüd. Gemeinde. ״Sie bestehet, sagt er, aus Familienvätern aus allen Welttheilen, vorzüglich aber aus Franzosen. Die Vorsteher der Gemeinde so wie die vorzüglichsten Rabbiner sind aus Frankreich. Sie leben daselbst glücklich und ruhig, jeder nach seinein Stande und Vermögen, denn die königliche Regierung ist ge- 7) Dieser in sieben Briefen nach sieb.en verschiedenen Reiserouten abgefaßte Bericht befindet sich in der königl. Bibliothek zu Paris. Carmoly hat ihn in franz. Sprache in der ttiveraire veröffentlicht.