Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 15 (Dezember 1852)
- Article
- Galerie jüdischer Reisebeschreiber
- Date
- 1852-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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Galerie jüdischer Reisebeschreiber. 567 Jerusalem erhielten sich zweihundert Juden durch den Pacht der Färberei: ebenso viele lebten zu La odicea, Acco und AScalon. Diese letztere Stadt war erst um diese Zeit (1153) in die Gewalt der Christen gesällen: früher war sie saracenisch, und da in den saraceuischen Städten gewöhnlich viele Juden wohnten (vgl. weiter), so ist mit vieler Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß da bei der Eroberung der Stadt den Einwohnern freier Abzug zngestanden wurdet, viele Juden von dieser Erlaubniß Gebrauch machten und sich aus der Stadt entfernten. Nur TyruS zählte vierhundert Juden, und sie scheinen sich daselbst wohl befunden zu haben (vgl. oben S. 537): Tyrus war damals eine reiche Handelsstadt, und die Grafen von Tyrus mochten es, wie später Venedig, ihrem Interesse angemessen gefunden haben, zur Hebung des Handels Juden zu dulden. Mehr ziehet die Stadt Toron, die nach Tyrus die größte Judenanzahl — 300 — hat, unsere Aufmerksamkeit auf sich. Von einer Stadt Toron wird in den Zeiten der Kreuzzüge häufig gesprochen. Sie wurde im I. 1107 von Hugo von St. Omer gegründet, und ihre jedesmaligen Besitzer nannten sich nach ihr 2 3 4 5). Und so begegnet man auch hier der im Mittelalter häufigen Erscheinung, daß vornehme Ritter Juden in ihrem Gebiete hielten, die sie als ihr Besitzthum betrachteten^).— Nach den vorbenannten Städten hatte Liberias fünfzig Juden, ebenso viel eine Stadt Ulma^), Gusch Chaleb 2) Willen Geschichte der Kreuzzüge Th. 3. Abth. 2. S» 21. 3) Vergl. Robinson Th. 3. S. 649. Bei Willen a. a. O. wird diese Stadt häufig genannt. 4) Hiernach wird auch der Text des B. zu verbessern sein, der nicht nur hier, sondern auch S. 45 corrupt ist. An letzterer Stelle sagt er: ומשם מטבריה) ב׳ ימים לטימי( היא תמנתד!). Wie aber Timna zu Tiberias komme, kann von den Interpreten nicht beantwortet werden. Man setze aber dieses לטימין היא המנתה von S. 42 an die Stelle des לטוחן די וכוי: dort stimmt es richtig. Vorher gehet daselbst בית גברין Eleutheropolis (vgl. Robinson Th. 2. S. 748). Von da noch Adulam sind nach Eusebius 16 röm. Meilen: Timna ist von da noch etwas entfernt (Genes, 38, 12) und so widerspricht nichts der Angabe B.'s ומשם ה׳ מרמאות. Hingegen gehört das לטורין ff. S. 42 zu S. 45 nach ומשם ב' ימים: die Corruption entstand durch das etwas ähnlich« טימץ und טוחן. Die Reise ging zwar nach dieser Annahme erst aufwärts von Tiberias nach Toron und dann von da zurück nach Gusch- Chaleb, und dann wieder aufwärts nach Meron und Kadesch: doch derartige Anomalien find bei B. nicht selten. Vielleicht mochte auch die direct« Heeresstraße von Tiberias nach Toron führen. Das והיא שוכם bleibt auch nach der gewöhnlichen Leseart nicht weniger befremdend als nach dieser Annahme. 5) Zunz (Asher 2, 11V) meint dieses Alma sei eigentlich Mma, bei Eusebius ,Ovlu^ifiovCj 12 röm. Meilen von Sefuriah (Zippori) entfernt. Da aber nicht nur B. sondern auch andere Reisend«, wie Samuel b. Simson und