Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 15 (Dezember 1852)
- Article
- Galerie jüdischer Reisebeschreiber
- Date
- 1852-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2829132-2829133-2829149-2841784--00704-2841798- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
56k Galerie jüdischer Reisebeschreiber. seinen Sitz; und die eigentliche Nationalität des Inden: der Glaube und dessen Wissenschaft, wurden hierdurch gerettet (vgl. oben S. 167 ff.) Auch in den in der Nähe Jabne's gelegenen Städten bildeten sich allmälig Schulen: so in Lod (Lydda), Pektin. Erst der Aufstand unter Hadrian brachte völlige Zerstörung und Zer» streunng: Judäa wurde ganz von Juden entvölkert, und das Synhedrium siedelte nach Uscha in Galiläa übet9). Hier ist es etwa 30 — 40 Jahre geblieben: unter R. Jehuda Hanasi kam es nach Zippori, dem heutigen Sifuriah in Niedergaliläa, und nicht lange hierauf nach anderen Städten, endlich nach Tiberias. Unter der Benennung Synhedrium ist in diesen Zeiten nicht das alte Synhedrium mit seinen 70 oder 71 Beisitzern zu verstehen, sondern die große Academie an deren Spitze der Nasi stand, der auch von den Römern als Vertreter der Judenschaft Palästinas anerkannt wurde und bedeutende Ehrenrechte genoß. Unter R. Jochanan, der zwar nicht selbst Nasi aber der bedeutendste paläst. Lehrer seiner Zeit war, hatte sich in der Mitte des dritten,Jahrh. das Synhedrium zu Tiberias gebildet. — Durch Gallus, den Mitkaiser des Eonstans, wurde im I. 360 Liberias zerstört, und es hörte nun das Synhedrium auf und mit ihm endeten zugleich alle Schulen Palästinas. Seit dieser Katastrophe herrscht Stillschweigen über Palästina. Der Druck der byzantinischen Kaiser, vorzüglich von Justinian an, lüstete schwer auf den Juden, und soll sie zu manchen Versuchen das Joch abzuschütteln veranlaßt haben'). Mit der Eroberung Syriens durch Omar (7. Jahrh.) scheint ihre Lage sich gebessert zu haben. Der Islam, der sich nicht als Religion der Liebe ankündigt, kannte mit wenigen Ausnahmen nicht den fanatischen Berfolgungseifer, der die Geschichte des Christenthums zu mehreren Zeiten entstellt. — Die Schöpfung eines christlichen Reiches in Paläsiiua durch die abendländischen Christen, die Kreuzfahrer, brachte vieles Unglück über die Juden. Bei der Eroberung Jerusalems wurden alle daselbst sich befindenden Juden umgebracht, und ein nicht viel besseres Schicksal scheint sie an den anderen Orten betroffen zu haben, so daß zu B.'s Zeit nichtvielüber anderthalb tausend Juden in dem christlichen Palästina, Antiochien, Tripolis und ander« eigentlich nicht paläst. Städte mitgerechnet, sich befanden. Zu 8) Vgl. Napoport Erech Millin v, אושא : Derselbe verlegt v. אובלין auch daß Jabne des Synhedr. nach Galiläa, und will später den Beweis hierfür liefern;. Wir werden an einem anderen Orte unsere entgegengesetzte Annahme mit vielen Gründen Unterstufen. 1) Vgl. Jost Geschichte der Israeliten Th. S. B. 17.