Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 14 (November 1852)
- Article
- Die vier in's Paradies eingedrungenen Mischna-Lehrer
- Date
- 1852-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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558 Wissenschaftliche Aufsätze. zum Zwecke gehabt zu haben. Sie fanden sie, oder glaubten fie gesunden zu haben. Die Anerkennung des •בר מויבא war die nächste Folge, weitere eompromittirende Schritte blieben nicht aus. Doch der Ausstand mißglückte, Hadrian tnumphirte, bereits bluteten mehrere hervorragende Lehrer unter Henkershand. Die kabbalistische Berechnung hatte sich also als unrichtig erwiesen. — Nun schildert der Talmud die Folgen, die diese Enttäuschung für die Enttäuschten, und zwar in moralischer Beziehung, gehabt. Ben-Soma nahm sich das Vorgefallene so sehr zu Herzen, daß er darüber von Sinnen kam, dadurch aus der Oeffentlichkeit sich verlor oder doch wenigstens den Römern nunmehr unschädlich schien. Ach er zitterte für sein Leben, das er durch Verrath an seinen Brüdern zu retten sich beeilte. Ben-Asai starb für die nationale Sache, aber er starb eben nur — der unerwartete Ausgang hatte ihm das Herz gebrochen, hatte seinen Geist gebeugt; ihm sehtte der Todesmuth, der heroische Aufschwung — die unerläßliche Bedingung der Märtyrerkroneni). Nur Rabbi Akiba ging aus den Wirren -- versteht sich, geistig, moralisch — als Sieger hervor; er starb mit einem Heldenmuthe, einem Aufschwung, einer Glaubensstärke und Glaubenssreudigkeit, die selbst den Feind mit Bewunderuug erfülltes); er starb groß, wie er groß gelebt, würdig der großen Sache, die er vertreten, — würdig des großen Namens, dessen er sich erfreut. Nur von ihm konnte gesagt werden: יצא בשלום. Daß das blutige Ende einiger Lehrer den Verratss Acher's bewirkt habe, melden beide Talmude ausdrücklich. Nach j. Chag. 2, 1 hätte Ach er dem Judenthume entsagt, weil er die Zunge des R. J ehuda H a-Nachto m von einem Hunde hernmzerren. sah; nach b. Chol. 142 a wäre es die Zunge des N. Chuzpit Ha-Meturgeman gewesen, die Ach er im Staube liegen ge^-ffen re. Beide Relationen können neben einander gut bestehen, sedenfalls aber bestä- 7) Wenn — wie kaum mehr zu bezweifeln — עזאי p רבי שטעון uttt dem in der erwähnten Mechilta (Anm. 4) genannten רבי שטעון, dem Leidensgeführten des ר' ישי ,— identisch ist, so kann das dem R. שטעון ib. in den Mund gelegte לבי יוצאת — als Beleg gelten, wenn wir auch nicht verkennen, daß dergleichen Dialogen kein allzugroßes historisches Gewicht beizulegen ist. Es verhält sich meist damit wie mit den Dialogen der homerischen Helden vor dem Beginne einer Schlacht. Nur aus ihrem Charakter im Allgemeinen, aus ihrem Grundton kann auf eine damals im Umlauf gewesene Tradition geschlossen werden; der Stoff ist geschichtlich, die Einkleidung jedoch meist Eigenthum des Referenten. Doch scheint der Jernschalmi in dieser Beziehung eine Ausnahme zu machen. — 8) j. Berach. 9 Ende: - רבי עקיבה הוד!, קיים טיתדן , י גחיך ובר בבא סבא וכר