Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 14 (November 1852)
- Article
- Zur Textkritik des Talmuds
- Date
- 1852-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2829132-2829133-2829148-2841728--00685-2841771- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Wissenschaftliche Aussätze. m seltener nach den Tosafot vorgenommen. Diese lebten größtenteils nach R. Tam, und es mochte sich dessen, durch seine gewichtige Autoriiät noch mehr gehobene ernstliche Verwarnung gegen die Tilgung alter Leseart, allgemeine Geltung verschafft haben. Um so frappanter ist, daß sich im heutigen Texte Stellen finden, die selbst den Tosafot noch nicht Vorgelegen, vgl. Nosch Haschana 4 3 ור״ש היא* Diese Worte haben offenbar Tosafot das. auf. שלשה nicht gelesen. — Sucea 37a ור״י סבר הני לדפנות und Tos. ans. והביאו.• vgl. das. die Anmerk, des N. I. Pick. — Baba Batra 3 a findet sich eine Lescart (ל״א), die weder Naschi noch Tosafot gelesen. ----- Das. 151a ist von בחץ דלא מיורק bis נכסי הוא Zusatz, der nach Tosafot das. nachgebildet, vgl. das. Anmerk, des R. I. Pick*). Wenn nun schon in früher Zeit die Aufmerksamkeit der Gelehrten sich auf Herstellung eines richtigen Textes richtete — die Leistungen des R. Hai, R. Lhananel, 9t. Nissim, 9t. I. Alfasi, 9taschi u. A. aus diesem Gebiete, haben ihnen die dankbare Anerkennung der Nachwelt erworben —, so hat die Texteskritik noch eine große Aufgabe hinsichtlich der Anführung der Talmudautoren zu erfüllen. Hier herrscht häufig die größte Willkür: es werden an vielen Stellen Autoren genannt, die weder in diese Zeit noch in diese Qertlichkeit hineingehören: und doch ist geradeste Benennung eines Autors von vielem Einflüsse auf die Halacha, und für den Alterthumssorscher von unberechenbarem Einflüsse aus Chronologie und Geographie. N. I. Pick, der hochgelehrte und seine Kritiker, hat hier manche Nachweise gegeben; doch wie viel bleibt noch zu thun! — Schon die alte Zeit fühlte sich hier nicht ganz sicher: dieses beweisen die so häufigen . . ואמרי לה משמר bei Anführung der Autoren, ferner, daß man zum Lobe der Genauigkeit des ״Nachba" in dieser Hinsicht erwähnte (Pesachim 52 u. s.): und welche Namenvarianten ergibt ein Vergleich der bei Scheeltot und Halochot Gedolot angeführten Autoren mit uuserm Texte, und welchen Varianten begegnet man fast bei allen früheren Lehrern, (ראשונים). Schon die Mischna enthält unrichtige Namen: so hat Kelim 2, 2 das auffallende ובאי p ר; יוחנן: mit dem das. zwei Geschlechter später austretenden Lehrer };ר״ eontroverfirt די^״ו! Die Tosefta 1) Daß Nambam häufig andere Lesearten gehabt, ist bekannt. — In der Mischna sind die Lesearten in denienigen Tractaten, zu denen Gemara, sestgestellt: die Mischna in den Mischnajot weicht zwar auch hier mitunter etwas von der Mischna der Gemara ab, doch ist diese Variation selten beträchtlich. Hingegen finden sich bedeutend variirende Lesearten in der Abtheilung Sera'nn und nochmehr in der Abtheilung La ha rot. Nambam in seiner Erklärung zur Mischna bietet hier eine reiche Ausbeute.