Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 14 (November 1852)
- Article
- Galerie jüdischer Reisebeschreiber
- Date
- 1852-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
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540 Galerie jüdischer Reiscbcschreiber. Jerusalem findet man nur wenig Wasser: die Einwohner trinken größtentheils Regenwasser, das sie in Cisternen sammeln. Von dem Thale Josasat gelangt man zum Oelberg, denn zwischen Jerusalem und dem Oelberg liegt nur dieses Thal. Bon diesem Berge aus sichet man das Meer Sodoms (das todte Meer): von da bis zur Salzsäule der Frau Lot'S sind zwei Parasangen. An dieser Säule lecken die Schaft, und sie wächst wieder und behält ihre erste Gestalt^). Man überstehct auch vom Oelbcrge aus die ganze Ebene und das Thal Schittim bis nach dem Berge Nebo°). Bor Jerusalem ist der Berg Zion, daselbst findet man außer einer christlichen Kirche keine Gebäude. Jerusalem ist von großen Bergen umgeben. Auf dem Berg Zion sind die Gräber Davids und der ihm folgenden Könige: jetzt durch folgenden Umstand nicht mehr aufzufinden. Vor fünf und zwanzig Jahren nämlich fiel die Mauer einer Kirche ein und der Patriarch ertheilte einem Geistlichen den Befehl, sie mit Steinen aus der alten Zionsmauer anfzubanen. Dieser bestellte zwanzig Arbeiter hierzu, von denen zwei eines Schmauses halber eines Tages später zur Arbeit kamen. Sie wollte» das Versäumte nachholen, und arbeiteten während der Nastzeit der Anderen. Da fanden sie beim Abbrechen der Steine die Oeffnung einer Höhle: sie gingen in der Hoffnung Schätze darin zu finden, hinein, bis sie an einen großen marmornen, mit Gold und Silber belegten Palast kamen: darin war ein Tisch, ein goldenes Sccpter und eine goldene Krone. Hier ist nun das Grab David's, ihm zur Linken sein Sohn Salomon und die Gräber der anderen Könige Jehuda's. Als die zwei Männer in den Palast hineingehen wollten, da kam ein heftiger Sturm der sie zu Boden warf, daß sie bis gegen Abend wie todt lagen, und sie vernahmen dann eine Stimme, die ihnen rief: Hinaus, verlasset diesen Ort! — Die Männer liefen voller Schrecken zum Patriarchen und erzählten ihm das Borgefallene, worauf der Patriarch den frommen R. Abraham Constantini rufen ließ, welcher ihm erklärte, daß hier die Davidsgräber seien. Als man am andern Morgen nach den zwei Arbeitern schickte, fand man sie krank, und sie erklärten, daß sie durchaus nicht mehr in die Höhle gehen werden, Gottes Wille ist nicht, sagten sie, sie von Menschen ■4) Petachia S. 63 sagt: daß er die Salzsäule nicht gesehen und sie gar nicht mehr existire. 5) Auf dem Oelberge war eine Kirche deren schon Eusebius gedenkt. Samuel b. Simson (»ineraire p. 128) fand sie zerstört.