Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 14 (November 1852)
- Article
- Galerie jüdischer Reisebeschreiber
- Date
- 1852-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2829132-2829133-2829148-2841725--00667-2841756- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Galerie jüdischer Neisebeschreiber. 539 Zwei Hospitäler sind da, deren jedes vier hundert Ritter stellt, und wo die Kranken Ausnahme und Versorgung finden 8). — Ferner die Kirche genannt SepulkerO). — Jerusalem hat vier Thore: Abramsthor, Davidsthor, Zionsthor, Josafatsthor *), vor dem einstigen Tempel. Templo Domino ist die Stelle des Tempels, Omar den Al-Kattab bauete eine große und schöne Wölbung darüber 2): dorthin bringen die Christen weder Kreuz noch Bild, sondern verrichten blos dort ihr Gebet. Daselbst stehet die westliche Mauer (כותל המערבי), die die Mauer des Allerheiligsten war: man nennt sie Schaar Ha rach am im (שער הרחמים das Thor der Erbarmung), und alle Juden geben dorthin, ihr Gebet zu verrichten^). — Man findet zu Jerusalem ein sehr festes Gebäude: dort waren die Ställe, die Salomon erbauen ließ (1. Kön. 5, 6) anbei ist ein Teich, wo man früher schlachtete. Die Juden schreiben gewöhnlich an der Mauer dieses Hauses ihren Namen auf. Durch das Josaphatthor gelangt man in das Thal Josafat und dort zu dem Denkmal, das sich Absalom errichtete (L. Sam. 19, 1) und dem Grabe des Königs Usia (L. Kön. 15, 5). Daselbst ist die große Quelle Schiloach, die durch das Thal Kidron fließt; bei dieser Quelle ist ein Gebäude aus den Tagen der Väter. — In 8) Diese zwei Spitaler bekannt als die der Tempelherren und der Johanntter. 9) Das heil. Grab. Hier ist wieder der Ausdruck NQ2. 1) Ueber diese vier Thore vgl. Schwarz S. 196. 2) Omar, der dritte Kalife, eroberte Jerusalem im I. 037 und führte auf dem Tempelberg die große Moschee Al-Sachra auf, in welcher ein großer runder weißer Stein, angeblich der Joma 5, 2 erwähnte אכן ־שחיה ciufbe־־ wahrt und verehrt wird. Vgl. Schwarz S. 216. 3) Diese Mauer ist nach Schwarz S. 216, sechzig Fuß hoch und hat dreiundzwanzig Steinschichtcn. Der obere Theil scheint einer späteren Zeit anzugehören und ist vielleicht erst vom Kalifen Omar erbauet. Diese Mauer wird an allen Feier- und Festtagen von den jüd. Bewohnern Jerusalems besucht, die dort ihre Andacht verrichten ohne daß ihnen von den Mahomedanern ein Hinderniß in den Weg gelegt wird. — Parchi fand (Kastor Waperach e. 6, p. 24 der alten p. 17׳ der neuen Ausgabe) auch die Middot 1, 3 erwähnten Tempelthore, Chulda, Kiponos und Schuschan wieder. Dieses östliche Thor Schuschan ist mit Quadersteinen vermauert, nördlich davon sind zwei hohe mit eisernen Flügeln errichteten Tbore, die aber immer verschlossen sind. Man nennt sie gewöhnlich Schaare Nachamim, die Mahomedaner nennen sie Bab Alrahma, Der Traetat Sohmim e. 2 scheint schon ihrer zu erwähnen: sie waren bestimmt zum Eintritte für Bräutigam und für Trauernde: und vielleicht, schlteßt Parchi, haben sie hiervon den Namen ״Schaare Nachamim". Vgl. auch Petachia S. 6S über dieses Schaare Nachamim. Frankel, Monatsschrift, I, 41