Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 14 (November 1852)
- Article
- Galerie jüdischer Reisebeschreiber
- Date
- 1852-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
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Galerie jüdischer Rcisebeschreiber. 537 Wir lassen, da 23• auch hier der erste Rcisebeschreiber ist, der über dieses noch setzt nicht vollständig gekannte Volk berichtet, dessen eigene Worte solgen. ״Man nennt sie (die Drusen) Paganos, Leugner (Heiden): fle haben keine Religion, wohnen auf hohen Bergen und in Fclsenklüftcn: stehen unter keinem König oder Fürsten, sondern leben frei ans den Bergen und Felsen. Ihr Gebiet erstreckt stch drei Tage lang bis an den Berg Hcrmon. Sie sind der Unzucht ergeben, der Vater heirathet seine Tochter. Sie haben ein Fest im Jahre, wo Männer und Frauen zusammen essen und trinken und 2lusgelassenhciten treiben. Sie sagen, daß wenn ein guter Mensch stirbt, so gehet seine Seele in den Leib eines Kindes über das zu der Stunde geboren wurde wo sie den Körper verlassen hat: stirbt ein böser Mensch, so gehet die Seele in den Körper eines Hundes oder eines anderen ThicreS über'). Inden leben nicht unter ihnen, fährt B. fort, doch gehen (jnd.) Handwerker und Färber zu ihnen, halten sich dort einige Zeit ihres Handwerkes oder Geschäftes wegen auf, und kehren dann wieder zurück. Die Drusen lieben die Juden"-). B. reiste von da nach Neutyrns, woselbst ein guter Hafen, der des Nachts durch Ketten geschloffen wird. Bon den daselbst a»- fähigen 400 Inden, unter denen mehrere Gelehrte, waren einige Besitzer von Schiffen. An der Meeresküste herab kam er nach Acco (Ptoleniais, St. Jean d' Acre), der bekannten Hafenstadt (200 Inden), und von da nach Kaisa am Berge Karmel. 2lm Fuße 1) Ucbcr Druse» vgl. Eichhorn Repertorium Th. 12. Eine gedrängte Darstellüng GcseniuS Anmerknngen zu BurkhardtS Reisen SprengclS Bibliothek Th. 3-i, S. 523. 2) Schwarz S. 41 seiner so eben erschienene» trefflichen Schrift ״das heilige Land", auf die oben S. 525 hingcdeulet wurde und über die später reserirt werden wird, erzählt Folgendes über den heutigen Aufenthalt der Inden unter den Drusen. ״Nur in drei Städten auf dem Libanon wohnen Juden, und zwar in Tripoli zwölf Familien, in Dar al Kanrar achtzig Familien, meistens Kaufleute, und in ChaSbeya dreißig Familien. Diese bei den Drusen sehr beliebten Bergbcwvbner sind tüchtige Feldarbeiter und muthigc starke Sciitc. Selbst Mädchen sichet man beim Schafhütcn mit Pistolen und Spieß bewaffnet beherzt cinhcrgchen, um es nöthigenfalls mit einem reißende» Tbiere oder Räubcr aufznnehmen. Bor ungefähr zwanzig Jahren war ei» jüdisches Mädchen von ChaSbeya auf dem Felde ihre Schafe hütend, da kanr ein Türke und wvlite ihr Gewalt anthun. Beherzt zog sic ihre Pistole und Lrohete ihn nicdcrzufthießen, so er sich nicht augenblicklich zurückziehc; und als diese Drohung unbeachtet blieb schoß sie mit solcher Gewandtheit auf ihn, daß er sogleich zusaminenstürztc und vor ihren Augen sein Leben endete. Bor Gericht gestellt, wurde dieses Mädchen nicht nur für unschuldig erklärt, sondern ihre Unerschrockenheit und Tapferkeit lobend anerkannt."