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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-11-01 · Heft 14 (November 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 14 (November 1852)
Article
Galerie jüdischer Reisebeschreiber
Date
1852-11-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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536 Galerie jüdischer Reisedeschrcibcr. man Al-Haschischin nennt: sie glauben nicht die Religion der Jischmcelim (Mahomcdancr), sondern an Einen, den sic für einen Prophcteu halten: Karmat. Sie vollführen, was er ihnen aufträgt, mag cs zum Leben oder zum Tode sein: sie nennen ihn Scheich Al-Haschischin: er ist ihr Aeltester (Vorgesetzter): auf seinen Befehl ziehen alle Leute des Gebirges ans, ans seinen Befehl ziehen sie ein (vgl. Numer. 27, 21). Er hat seinen Sitz in der Stadt Kadmus, dem alten Kedemot im Lande Sichon. Sie halten durch ihren Aeltestcn unter einander Treue (sind unter einander verbunden): man fürchtet sie an allen Orten, denn sie bringen die Könige mit Dolchen ltm9). Ihr Gebiet erstreckt sich acht Tagereisen lang, und sie liegen im Kamps mit den Söhnen EdomS, die Franken genannt werden; und mit dem Herrscher von Tripolis, das ist Tarablns el Scham." B. nennt den Propheten — Stifter — der Assasinen, Karmat: diesen Namen hatte zwar Hossein aus Ahwas, Stifter der zu B.'s Zeit schon nntcrgegangcnen Karamatten. Aber Hassan b. Sabah's Lehre hatte, wie ans dem Vorhergehenden ersichtlich, Vieles gemein mit der des Hosseiu Karmat: und so pflanzte sich dieser im Munde des Volkes viel genannte Name auf Haffan b. Sabah fort. B. spricht übrigens hier nur von den Assasinen in Syrien, von denen in Persien wird er weiter Nachricht geben. Die Assasinen lagen, als B. reiste, mit den Franken, den Kreuzsahrern (eigentlich den christlichen Neichen in Palästina) in Kamps. Raimund, der Graf von Tripoli, und Kourad, Herr von Tyrus, fielen unter ihren Dolchen. Wir begleiten nun B. über Tripoli, das durch ein Erdbeben ganz'zerstört war, über ein anderes Dschebel und über Beirut, woselbst ungefähr 50 Juden, nach Sidon, ״der großen Stadt", wo zwanzig Juden lebten. ״Ungefähr zehn Meilen davon ist ein Volk, das mit den Bewohnern Sidons in Streit. Sie werden Drusen genannt". 9) Im Text ist ספני שהורגין אח המלכים במסירה. Dieses במסירה wurde von Montanus und V Empereur verstanden ״mit einer Säge" (von משור), wodurch es denn freilich leicht wurde, Benjamin zu versuchen. Napoport Asher Th. 2 S. 67 meint במסירה sei ״mit Hingebung, Selbstaufopferung": die Assasinen selzten bei Ausführung ihrer Mordanschläge freudig ihr Leben daran. Aber auch da hat dieses במסירה einige Härte: es mühte sein כמם׳ נפשן oder עצמן, wie es auch Sabbat 13Oll heißt, worauf sich Napoport beruft. Ich vermuthe, daß במסירה verdruckt sei und heißen soll במכירה mit dem Dolch, {1d%MQaf ein tut Midrasch nicht selten vorkommeuder Ausdruck für Dolch, und B. wählte ihn hier gut als Bezeichnung des Mordinstruinents der Assasinen, die ihre Opfer gewöhnlich mit dem ״Dolche" umbrachten.

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