Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 14 (November 1852)
- Article
- Galerie jüdischer Reisebeschreiber
- Date
- 1852-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2829132-2829133-2829148-2841725--00663-2841752- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Galerie jüdischer Rcisebeschreiber. 535 und predigte öffentlich Verwerfung des Korans und Streben nach sinnlichem Gennß. So ist cs erklärlich, daß der Sinan von Mazdiat in Syrien an den König Amalrich von Jerusalem eine Botschuft sandte, durch die er sich bereit erklärte mit den Seinigcn das Chriftcntbum zu bekennen, wenn ihm der Tribut von 2000 Ducaten, die er jährlich den Templern zu entrichten hatte, erlassen wurde. — Der Orden erhielt sich bis zum Einfalle der Mongolen im 13. Jahrh., die seine Macht gänzlich zerstörten^). Der Leser wird bei dieser Darstellung sich an eine Phase des Judenthums erinnern, die zwar nicht so grelle Schattenseiten hat — der Mosaismus ließ eine solche Herabwürdigung nicht zu — aber doch eine schädliche Einwirkung auf viele Geschlechter erzeugte. Auch die Lehren des Judenthums wollte eine dem Mysticismus geneigte Partei allegorisch anffassen: diese Anschauungsweise ging von Egyptcrn ans, Philo ist deren Repräsentant. Zwar spricht sich in Philo die reinste Sittlichkeit und die tiefste Hochachtung vor der Religion ans; aber ans welche Bahn führt nicht der einmal erfaßte Gedanke, .daß Vorschrift und Lehren nur das Gewand seien, und wie bald wird nicht das Gewand abgeworfen und an dessen Stelle der verschiedenartigste, dem Geiste der Lehre widersprechende sogenannte Kern gesetzt! Schon in Philo zeigt sich das Lose deS Gewandes ף; und egyptische Vermittelung bahnte einer dem Mosesthum ganz widersprechenden Lehre den Weg. Die Kabbala nahm das Princip der Allegorie aus und pflanzte es im Herzen deS Judenthums fort, nicht berechnend welche Folgen sich an solche Auffassung knüpfen. Sie brachen an mancher Seite hervor: im 17. Jahrh. in der Secte der Savbatiancr deren Stifter (Sabbatai Zebi) öffentlich zum Islam überging, ohne daß seine Anhänger daran Anstoß nahmen: war doch die Lehre nur das weite vieldeutige Gewand! Und noch in unserer Zeit machen die Ausläufe der allegorisch-mystischen AuffassnngSwcise sich in ihren, auf Zerstörung des Göttlichen und Sittlichen hinarbciteuden Folgen in der Secte der Chasidim geltend. Wir kehren nun zu Benjamins Bericht über die Assafinen zurück. ״Dschcbel sagt er, das frühere Baal-Gad am Fusse deS Libanons, liegt nicht weit von dem (Wohnsitze des), Volke (s), das 7) Diese Darstellung ist nach von Hammer Geschichte der Assasinen, woselbst viele früher unbekannte arab. Quelle» angeführt werden, und dessen Gemätdesaal großer MoSlemitischer Herrscher Th. 5. 8) Vgl. Philo de Jligralione Abrabami p. 40.2,