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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-11-01 · Heft 14 (November 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 14 (November 1852)
Article
Galerie jüdischer Reisebeschreiber
Date
1852-11-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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534 Galerie jüdischer Reifebeschrciber. tieferes Nachdenken zu der Ueberzengung, daß die Speculation allein keineswegs geeignet sei ein Reich zu gründen und Macht und Ansehen zu verschaffen: erst wenn der Gedanke in das Gebiet der Wirklichkeit übergehet und sich zur Praxis verkörperst vermag er auf dem Schauplatze deö Lebens eine eingreifende Wirksamkeit zu erringen. Hassan kehrte nach Haleb zurück: ging nach Bagdad, Chuflstan, Jesd u. a. und verbreitete seine Lehre, die äußerlich den Schein der strengsten Religiosität trug, und die ihre Bekenner zu strengem Gehorsam und blinder Unterwerfung unter den Willen des Vorstehers der in verschiedenen Graden mitgetheilten Lehre verband. Nur den höheren Graden wurde der Inhalt der Lehre, der Grundsatz des Allegorisirens und die Zurückführnng der Religion auf Nichts, geoffenbart. So gelang es Hassan sich wirkliche Macht zu verschaffen: die Glieder des untern Grades waren blinde Werkzeuge in der Hand der Oberen; der Bund bestand nicht mehr ans Dais, nur durch Wort und Lehre Wirkenden, sondern er hatte Praktische Vollführer in den Fedawi's, den Geweihten oder sich Aufopfernden, die mit freudiger Hingebung ihres Lebens den Befehl der Oberen vollzogen.— Dieser Befebl lief zumeist aus Meuchelmord hinaus.' Hassans Lehre befahl Wegräumnng Aller die der Ausbreitung seiner Lehre feind oder hinderlich seien: gegen sie war stets der Dolch der Fedawi gezückt. Die Geschichte des 11 —13. Jahrh. ist mit Meuchelmorden gefüllt, die von diesen keinen Eid, keinen Vertrag achtenden Jsmailiten ausgingen und die gewöhnlich die Großen trafen. Als eines ihrer ersten Opfer siel der edle Nisamolmulk, dem Hassan blutig vergalt. — Diese Sccte wurde geuannt Assasinen, eigentlich Haschischin, von dem arab. Haschisch, der Benennung einer betäubenden, in Trunkenheit und Wuth verfetzenden Pflanze, an der die Fedawi's sich bei Ausführung ihrer schrecklichen Tbaten berauschten. — Hassan hatte sich in Besitz des persischen Bergschlosses Alamut gesetzt; der Orden (denn die Assasinen bildeten kein Reich, sondern einen in verschiedenen Stufen gegliederten Orden) bemächtigte sich hierauf mehrerer fester Schlösser in Irak und Syrien (hier auf dem Libanon). Der Großmeister hieß Sinan (unser Herr), gewöhnlich Scheich el Dschebl, der Alte vom Gebirge, weil er aus dem Gebirge seinen Sitz hatte. Hassan b. Sabah starb 1126: feine Nachfolger fetzten das Werk fort und breiteten die Macht des Ordens aus: und es kann nur Bedauern erregen wenn man vernimmt, daß die Kreuzfahrer mit ihnen in Verbindung traten. — Hassan II., der vierte Scheich der Assasinen warf endlich die Maske ab, er gab sich für den eigentlichen Imam aus

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