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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-11-01 · Heft 14 (November 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 14 (November 1852)
Article
Galerie jüdischer Reisebeschreiber
Date
1852-11-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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530 Galerie jüdischer Ne!sel׳eschreil׳er. Bulgaren, die Walachen häufig genannt werden. Der jüd. Glaube der wohl bei dem Ehazarcnkönig Joseph und dessen Ahnen, aber nicht beim Volke feste Wurzel gefaßt haben mochte (vgl. oben S. 455. 456) ging bei den Ausgewanderten bald verloren, doch blieb noch manche schwache Erinnerung zurück und sie hatten daher noch manche Neigung für die früheren Glaubensgenossen. Die Miltheilung ״Einige sagen, sie wären Juden gewesen" findet hierdurch ebenfalls ihre volle Berechtigung, sowie ihr Haß gegen die Griechen, die Eroberer ihres Landes, leicht erklärlich ifi4 5). B. ging über mehrere zum Theiic jetzt nicht mehr gekannte Städte nach Constantinopel. Er beschreibt die Größe, den Handel und die Wohlhabenheit dieser Stadt, in welcher der von ihm namhaft gemachte Kaiser Manuel (Comnenns) herrschte. Constantinopel war damals an Luxus und Rcichthnm die Weltstadt: dem rohen Abendlande war Kunst und jeder feinere Genuß unbekannt, und als die Kreuzfahrer statt nach dem, in der Hand der Mahomedancr sich befindenden Palästina gegen das christliche Constantinopel zogen und es eroberten (1204), fanden sie die daselbst angehänften Schätze nicht nur ihre kühnsten Erwartungen sondern auch ihre Begriffe übersteigend: sie hatten für die eigentlichen Kostbarkeiten der Kunst keinen Sinn 2). B. thcilt Mehrcrcs über den von Manuel erbauetcn (eigentlich restaurirten) Pallast der Blacherneu, von den in ihm ausgestellten Gemälden, dem in ihm herrschenden Glanz an Juwelen, Kronen u. s. w. mit. Ebenso ziehet die Sophicnkirche, der Hippodromus mit seinen Thicrkämpfen, der große Neichthum der durch Zölle und Steuern in den kaiserlichen Schatz fließt, der zu Eoustantinopel herrschende -Luxus seine Aufmerksamkeit aus sich. Sehr fein bemerkt er in letzterer Hinsicht: ״Sie gehen in mit Gold eingefaßter Seide und in buntgestickten Gewändern, reiten wie die Prinzen auf Rossen und man erblickt nirgend solchen Reichthum...... Und sie miethen Truppen von allen Völkern der Erde, die sie Barbaren nennen, um gegen den Sultan der Türken zu streiten; denn sie haben keinen Kricgsmuth, und sind gleich Weibern, kraftlos zum Widerstande". Welche treffende Schilderung der damaligen Byzantiner! 4) Es möge hier in Beziehung zu Obigem noch ein U in stand angeführt werden. Unter den Walachcn Siebenbürgens sollen sich nach der dem Ncf. gemachten Mittheilung eines im I. 1828 daselbst Reisenden, manche Gemeinden finden, die am Sabbat keine Arbeit verrichten und Sabbatniki genannt werden. Vielleicht hier eine Spur der ehemaligen Chazarcn? Der Gegenstand verdient jedenfalls die Aufmerksamkeit der Geschichtsforscher. 5) Vgl. Wilken Geschichte der Kreuzzüge Th. 5.

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