Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 14 (November 1852)
- Article
- Galerie jüdischer Reisebeschreiber
- Date
- 1852-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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Galerie jüdischer Rcisebeschreiber. '529 lerno, ״wo eine christliche medicinische Universität""). Größere Gemeinden fand er auch in anderen Orten Apuliens und Calabriens, so zu Benevent, Meist, Tram, Bari, das B. durch den Einsall des sicillschen Königs Wilhelm verödet fand * 1 2 3). lieber Tarent, Brundist, Otranto (dieses und Tarent von mehrern hundert Juden bewohnt^) ging B. nach Griechenland, in welchem ebenfalls mehrere jüdische Gemeinde». Die zu Theben bestand aus 2000 Juden, die vorzügliche Meister in Verfertigung seidener und purpurner Gewänder (Stoffe) waren. Sehr bemerkenswerth ist sein Bericht über eine Gemeinde von 200 Juden ״die allein auf dem Berge Parnassus wohnen, dort ihre Felder und Besitzungen anbauen und die Ernte heimsühren". Der alte Musenberg war den Juden eine Freiheitsstätte geworden, wahrscheinlich fühlte sich die feindliche griechische Herrschaft (vgl. weiter) in dieser gebirgigen Gegend zu schwach, um ihre Geißel über die Juden zu schwingen. — Bei der Stadt Zeitun (50 Juden) bemerkt B., daß von da hinauf (Thessalien) Wälachen wohnen, die schnell ״wie die Hirsche" von den Bergen Herabstürzen und Griechenland plündern und auSbeuten. Sie sind unbesiegbar: sie halten nicht an der christlichen Religion, und manche haben jüdische Namen: Einige sagen, sie wären einst Juden gewesen und haben die Juden Brüder genannt. Sie bringen keine Juden um, sie rauben sie nur aus: die Griechen bringen sie um." Man hat diesen Bericht für eine Fabel gehalten. Bedenkt man jedoch, daß das jüd. Ehazarenreich im 10. Jahrhundert nicht in das Fabelland gehört, so ist nicht befremdend, daß manche Stämme dieses, im 11. Jahrhundert von dem griechischen Kaiser Basilius ll. eroberten Reiches s), aus demselben ausgewandert und sich unter den Völkern verloren haben, die an der Donau und von da über Jllyrien, Thracicn ff. sich verbreiteten, und unter denen wie die S> Salerno ist bekannt als die erste christliche medicinische Schule Europa's. Nach v. Naumer (Geschichte der Hohenstaufen Th. 3. S. 48.2) gab es daselbst Lehrer für Griechen, Lateiner, Saracenen und Hebräer, die je in dereu Sprache Vorlesungen hielten. 1) Bari war in früher Zeit ein berühmter Sitz jüd. Wissenschaft. Von hier gingen die vier Gelehrten aus, durch die sich jüd. Wissen nach Spanien und Nvrdafrika verbreitete (vgl. oben S. 488). Trani ist bis in spätere Zeit durch seine Gelehrten bekannt. 2) Otranto ebenfalls durch Gelehrsamkeit bekannt. N. Tam (Seser Hajaschar 74 col. 2) führt mit einer Umbiegung Jes. 2, 3 an: ״denn von Bari gehet Lehre aus, und das Wort des Ewigen von Otranto." Eine gedrängte Ucbersicht dieser Gemeinden vgl. Cassel Ersch und Gruber Th. 27 S. 146. 3) Vgl. Cedrenus bei Stritter Uom. kopul. I. 2,!>. 577.