Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 14 (November 1852)
- Article
- Galerie jüdischer Reisebeschreiber
- Date
- 1852-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
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Galerie jüdischer Neiscbcschreiber. 531 In der Stadt wohnen keine Juden, erzählt B. weiter; sie haben ihren Wohnsitz jenseits des Sophicucanals angewiesen: der Ort wo sie wohnen heißt Pera. Unter den Inden die mehrere (von 23. namhaft gemachte) Gelehrte haben gibt cs Handwerker in Seidenkleidern und viele reiche Kaufleute; aber kein Jude darf auf einem Pferde reiten, nur R. Salomon der Egyptcr, der Leibarzt des Königs, macht eine Ausnahme, und durch ihn haben auch die Juden große Erleichterung in ihrem Drucke. Denn sie leben unter schwerem Druck: dieser Haß macht sich (zumeist) fühlbar in dem Unsnge der Gerber, die das unreine Wasser vor ihren Thüren ausgießcn und die Juden besudeln. Uebcrhanpt hassen die Kriechen alle Inden, Bessere wie Schlimmere; sic legen ihnen ein schweres Joch auf, schlagen sie auf den Straßen und knechten sie mit Härte. Aber die Juden, wohlhabend, sind gute Männer, üben Milde und führen die Gebote aus und ertragen den Druck mit Geduld." Auch Petachia erwähnt (S. 68), daß die Juden in Griechenland in großer Bedrückung und körperlicher Knechtschaft leben. Erwägt man, daß Petachia aus Deutschland kam, wo die Lage der Juden sehr trübe war und er dennoch hier den Druck hervorhebt, so läßt dieses auf die Stellung der griechischen Inden schließen. Im Abendland hatten sich Roheit und Fanatismus gegen die Inden vcreiuigt: bei den verweichlichten Griechen fand der Fanatismus eine Bundcsgenossin au der böswilligen Feigheit, die gegen den Stärkern knechtisch und kriechend mit schadenfroher Lust den noch Schwachem knechtet und tritt. Die griechische Kirche kennt überhaupt von ältester Zeit fast noch mehr als ihre Schwestern nur Unduldsamkeit und Glaubensverfolgung: und wie macht sie dieses Vorrecht auch in unseren Tagen geltend! Auf Samos, Nhodus und anderen klcinasiatischen Inseln fand B. viele Juden. Zn den Zeiten der Römer waren hier die Juden nach allen Richtungen verbreitet, uud es wurde ihnen von Julius Casar und anderen Consnlu und Prätoren durch bei Josephuö angeführte Decrete gestattet, das jährliche halbe Schekel nach Jernsalcm zu senden. Deren Nachkommen scheinen noch zu B.'s Zeiten auf diesen Inseln gelebt zu haben. Petachia (a. a. O.) sagt von Griechenland überhaupt, cs befinden sich daselbst so viele Gemeinden, daß Palästina sic nicht fassen könnte. — Von Cypern, wo B. jüdische Scctirer fand, die den Sabbat mit dem Morgen beginnen, ging er über Corycus und MalmistraS (Mopsvesta) nach Antiochien. Diese Stadt, in Josephus Tagen von vielen Tausenden von Juden bewohnt und als deren Schloßhanptmanu noch im talmudischen