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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-11-01 · Heft 14 (November 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 14 (November 1852)
Article
Galerie jüdischer Reisebeschreiber
Date
1852-11-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Galerie jüdischer Neisebcschreiber. 527 erzählt, und selbst in diesen Erzählungen findet sich manche Bereicherung für Geschichte und Geographie. N. Benjamin, Vorgänger des Marco Polo, und also der Zeit nach unter den Neiscbeschreibern des Mittelalters den ersten Rang einnehmend, trat — wie es scheint ursprünglich in Handelsangclegenhciten °) — seine Neise von Saragossa aus im I. 1160 an. Sein Weg führte ihn durch mehrere, von ansehnlichen jüdischen Gemeindeir bewohnte spanische und provenealische Städte nach Marstille, wo er sich nach Genua einschiffte und von da aus nach Nom ging. Da wir hier eigentlich die Reisen im Morgenlandc, um durch sie zur Kenntniß der dortigen jüdischen Zustände zu dieser Zeit zu gelangen im Auge haben, so werden wir nur einzelne hervorragende Punkte der Berichte über Europa erwähnen. Die Geschichte der Inden in Spanieu und der Provence und deren bedeutenden Manner ist ohnedies bekannt, und im Westen Italiens begegnete Benjamin nur wenige Gemeinden: Genua hatte zwei, Pisa zwanzig, Lueca vierzig Juden (Familien). Bemerkenswerth ist was B. von Rom erzählt. ״Dort leben ungefähr zweihundert Juden, die äugesehen find und Niemanden eine Steuer zahlen. Einige von ihnen sind Beamte des Papstes Alexander, des großen Bischofs, der an der Spitze der christlichen Religion stehet. Daselbst gibt es große jüdische Gelehrte, unter denen die ausgezeichnetsten R.. Daniel und R. Jechcl. Dieser ist ein Beamter des Papstes, ein schöner, vcrnünstigcr und einsichtsvoller junger Mann, der ans- und eingehet im Hause des Papstes, und der dessen Hause und Allem was er besitzt vorstehet. Er ist Enkel des 8k. Nathan, Verfassers des Buches Aruch". Dieser Papst Alexander ist Alexander Hl., einer der stärksten Charaktere, die aus dem Bischofstuhle Noms saßen, bekannt durch seinen Deutschland und Italien erschütternden Streit mit Friedrich Barbarossa. Gegen Juden hegte er nach obiger Erzählung freundliche Gesinnung, sie standen zu Nom in Ehren und Reisebericht verfaßt: es gehet dem Werke ein Vorwort voraus, in welchem es heißt: ״diese Schrift ist abgefaßt aus Erzählungen, die ein Mann aus Navara, Naiucns R. Benjamin l׳en Jona aus Tudela erzählte. Er reiste durch viele Länder u. s. w-, und als er zurückkam, brachte er diese Erzählungen nach Castilien niit im I. 933 (1173)." — Auch die Schrift des N. Pctachia <S. 525 Anmcrk.t») hat nicht ihn zum Verfasser, sondern N. Jehuda der Fromme schrieb die Berichte nieder. Hierdurch verlieren manche gegen diese Neisebcschreiber gemachten Einwürfe an Gewicht. 6) So wird es in den gedachten Noten, wenn auch nicht bis zur Gewißheit, nachgewiesen.

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