Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 14 (November 1852)
- Article
- Galerie jüdischer Reisebeschreiber
- Date
- 1852-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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526 Galerie jüdischer Reisebeschreiber. steren gehören dem 12. Jahrhundert, Samuel bcn Simson und Eharisi dem 13. Jahrh., Parchi dem 14. Jahrh. an. Parchi in der Provence geboren mußte als Philipp der Schöne im I. 1306 die Juden aus Frankreich vertrieb ft sein Vaterland verlassen, begab sich bald hieraus nach Egypten und von da nach Palästina. Seine Schrift beschränkt sich auf die Geographie Palästina's und ist für die Geographie der h. Schrift, des Talmuds und des Mittelalters, für Münzkunde und zum Theile auch für Chronologie von sehr großem Werth; Zustände und Verhältnisse jedoch berührt er fast gar nicht. Hingegen sind die vier Ersteren eigentliche Reisebcschreibcr, und unter diesen am ältesten und ausführlichsten R. Benjamin, dessen Berichte wir auch zur Unterlage nehmen und sie aus den Mittheilungen der anderen vorbenanuten Autoren ergänzen. Wenn ein geachteter Schriststester (Gervinus Geschichte der Literatur, Vorwort) darüber klagt, daß man heutzutage auch bei für das größere Publikum zu besprechenden Gegenständen gelehrt sein muß, so wollen wir uns im Gegentheile bestreben an sich gelehrte Gegenstände dem Publikum zugänglich zu machen und den Answand von Gelehrsamkeit zu vermeiden. Wir senden daher nur die Bemerkung voraus, daß Benjcunin's Schrift in den vorigen Jahr- Hunderten heftig angegriffen-) und seine Reisen als Erdichtungen ausgegeben wurden. Die sich gelehrt dünkende Vornehmheit vcrgange,ner Zeiten sah mit Verachtung auf Alles, was von Juden kam oder an Juden erinnerte. Ethnographische Beiträge von Inden mußten wie das jüdische Chazareureich (vgl. oben S. 452) eine Ausgeburt lügenhafter Juden sein; die fortgeschrittene Wissenschaft hat andere Resultate geliefert. Schon der besonnene kritische Gibbon spricht 1 2 3 4 5) die Behauptung aus, daß die Jrrthümer Benjamin's kein hinlänglicher Grund seien die Wirklichkeit dieser gleisen in Abrede zu stellen, und eS ist in unseren Tagen bis zur Evidenz erwiesen worden ft, daß daS was Benjamin erzählt daß er gesehen und wahrgenommen sich wirklich in seinen Tagen gefunden, und keine Ursache vorliege hier nur eine fingirte Reise zu erblicken. Für Anderes, was Benjamin als ihnt gemachte Mittheilnng berichtet ist er nicht verantwortlich; hier gibt er ft nur wieder was ihm Andere 1) Er berichtet selbst in der vor. Anmerkung gedachten Schrift 0, 51 zu Ende hierüber. 2) Von L'Empereur, und noch heftiger und absprechender von Baratier. 3) Hislory of ihe decline and lall of ihe Romain empiro Ch. 53. N. 28. 4) Vgl. die Noten von Ashcr, Znnz u. A. zu Ashers Ausgabe Theil 2. 5) Eigentlich der Sammler seiner Berichte. B. selbst hat nicht diesen