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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-10-01 · Heft 13 (Oktober 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 13 (Oktober 1852)
Article
Briefe aus Belgien
Date
1852-10-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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IRI
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Briefe ans Belgien. 503 deren weist aus Deutschland und Holland eingewanderteu und mit den früher ansäßigen Emigranten Handel treibenden oder den siegreichen französischen Kriegsheeren auf dem Fuße folgenden jüdischen Familien, sind noch jetzt Nachkommen im Lande etablirt und gehören zu den ersten, reichsten und notabelsten Israeliten Belgiens, deren Anzahl aber von den seit 30 bis 40 Jahren ansässig und im Verlaufe der Zeit naturalisirt gewordenen jüdischen Bürgern weit übertroffen wird; weshalb Belgien im Grunde nur sehr wenige israelitische Familien zählt, deren Großeltern im Lande geboren und herangewachsen sind. Indem wir in unserm Bericht auf die Zeit der ersten Nevolutionskriege zurückkommen, können wir nicht umhin, von einem Manne besondere und einigermaßen ausführlichere Erwähnung zu machen, der sich in mehreren von einander sehr verschiedenen Fächern, hauptsächlich aber als Künstler berühmt zu machen wußte, und den man bald Chevalier bald Obrist Simon nannte, denn auch als Krieger hatte er sich öfter hervorgethan. Wir begnügen uns mit folgendem Auszuge aus der nach seinem Tode zu Brüssel erschienenen Lebensskizze, die aus einer unpartheiischen Feder geflossen zu sein scheint. Jean Henri Simon, heißt es dort, ward zu Brüssel am 28. Oktober 1752 von jüdischen Eltern geboren und von seinem Vater, einem überaus geschickten Künstler im Stempelschueiden und Petschaststechen, von seiner frühesten Jugend zum nämlichen Erwerbszweige angehalten. Seiner Geschicklichkeit hatte er es zu danken, daß er schon in seinem fünfzehnten Jahre als Stcmpelschnnder des Erzherzogs Karl von Lotharingen, dem damaligen Gouverneur der österreichischen Niederlande, angestellt wurde; er mußte aber wegen Streitigkeiten mit österreichischen Offizieren die Niederlande verlassen und sich nach Frankreich begeben. Zu Paris lernte er im Jahre 1775 den menschenfreundlichen und vorurtheilssreien Prinzen De Ligne kennen, der seinen jungen Landsmann den ersten Prinzen am französischen Hofe vorstellte und ihm zu einer einträglichen Stelle verhalf. Er brachte es hier in wenigen Jahren in seiner Kunst so weit, daß man sich in schwierigen Fällen an ihn wandte und mit solchem Erfolg, daß er bald als Hof-Stempclschneider ernannt wurde und in dieser Eigenschaft eine Wohnung im Louvre erhielt, wo er bis zum Ausbruch der Revolution in 1702 ruhig lebte. Der Freiheitsschwiudel bemächtigte sich auch seiner, und er machte die ersten Feldzüge unter General Dumouriez mit, der ihm aus dem Schlachtfelde das Offizier-Diplom znerkannte. Er sah aber seine Freiheit gefährdet und flüchtete, um der Guillotine zu entgehen, nach Spanien, wo er wieder mit dem besten Erfolge seine Kunst ausübte. Allein sobald es in Frankreich etwas ruhiger geworden, begab er sich wieder nach Paris, erhielt

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