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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-10-01 · Heft 13 (Oktober 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 13 (Oktober 1852)
Article
Briefe aus Belgien
Date
1852-10-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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502 Briefe aus Belgien. erfreuen, als der Nevolntionskrieg 1792 ausbrach, das französische Heer diesen Theil der Nachbarstaaten überströmte und den Saamen der Freiheit und Gleichheit, wenigstens dem Namen nach überall ansstrente. Belgiens Besitznahme erfolgte im I. 1794 — das siegreiche fränkische Heer hielt gerade am nämlichen Tag seinen Einzug an welchem das Haupt N obes Pierre's aus der Guillotine fiel —, doch waren schon längst alle Hindernisse gegen die Einwanderung der Juden ans dem Weg geräumt, und es halte keine geringe Anzahl von der Gelegenheit Gebrauch gemacht, um mit den Armeen als Commissare, Lieferanten u. dergl'. einzuwandern und sich in den größeren Städten niederzulassen. Leider bietet aber auch hier wieder die Geschichte der Juden in Belgien eine außerordentliche, fast unüberwindbare Schwierigkeit dar, indem wir nämlich auf eine Lücke stoßen die schwerlich je angefüllt werden wird, da zwischeu den Ereignissen früherer Zeit, deren geringe Bedeutsamkeit ans dem Vorhergehenden zur Genüge erhellt, und dem Zeitpunkt wo wir die Juden in Belgien constitutionsmaßig als französische Bürger ansäßig finden, es gänzlich an Berührungspunkten zu fehlen scheint. Wir werden uns daher einstweilen aus Vermuthnngen beschränken müssen, bis es uns erlaubt sein wird diese Vermuthnngen an authentische Ereignisse anzuknüpfen, welche blebergangsperiode bis in die ersten Jahre des gegenwattigen Jahrhunderts hineinreicht. Daß es übrigens auch in den letzten Jahren der österreichischen Botmäßigkeit in Belgien nicht gänzlich an jüdischen Einwohnern gesehtt׳ haben muß, scheint unter andern! auch daraus hervorzugehen, daß ein geistreicher, scharfsinniger und hochgestellter Schriftsteller wie der Prinee de Ligne, der Vertheidignng der Juden gegen Voltaire und andere Widersacher eine bedeutende Stelle im 2lm Bande seiner zu Paris 1826 aufgelegten Memoiren (pag. 28 scq.) gewidmet und ihren Tugenden und guten Eigenschaften wie denen seiner Landgeuossew eine förmliche Apologie hält, und zwar mit einer solchen Wärme, deren sich weder Dohm, Lessing noch Abbe Gregoir-e zu schämen gehabt hätte. Näheres und Mehreres wissen wir jedoch, wie erwähnt, nicht anzngeben. Ob und wo ganze ׳Gemeinden bestanden, wie es bei ihnen mit dem Cultus-- und Schulwesen beschaffen war n. dgl. davon ist keine authentische Spur vorhanden. Kanin kennen wir dem Namen nach einige israelitische Familienhänpter, die zu Brüssel gewohnt zu haben scheinen, weil man sie durchweg, bei Mangel anderer regelmäßiger Familiennamen darnach nannte, wie z. B. Lob Brüssel, dessen reiche Wittwe und Nichte sich einige Zeit nachher in Amsterdam niedergelassen, Hirsch und Lippmann Brüssel, von dem noch jetzt Nachkommen in Holland leben und wegell ihrer eigenen Verdienste zu hohen Stellen gelangt sind. Von an-

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