Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 13 (Oktober 1852)
- Article
- Die Wissenschaft, das einzige Regenerationsmittel des Judenthums
- Date
- 1852-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
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498 Die Wissenschaft, das einzige Regenerationsmittel re. kämpft das Judenthum mit äußerlichen Hindernissen, und ein neuer Feind ist ihm im Materialismus und in der Skepsis, dem allgemeinen Nebel unserer Zeit entstanden! Auf ander» Seiten sucht wieder eine frömmelnde Heuchelei das Judenthum zu verschreien. Wenn wir nun noch mit eigener Hand den Nerv des Judenthnms, die Erkenntniß, tödlen, waS anders als Auflösung steht dann bevor? — Darum rettet! rettet, weil es noch Zeit ist! Noch sind Männer da, von der alten Schule genährt, von der neuen Zeit gebildet, die mit Wissenschaft und Energie eine Versöhnung herbeiführen, einen neuen Bau des JudenthnmS gestalten können. Eilet, sie zu benutzen, ehe Israel gänzlich verwaist! Gehen auch diese dahin, ohne neue Vertreter zu bilden, woher soll der Neubau dann aufgeführt werden? Es fehlt nicht an Mitteln, die schon angeregte Idee zur Errichtung eines Rabbiner-Seminars für Neligiousgclehrte nach den Bedürfnissen der Zeit, iu's Werk zu setzen. An einem solchen Seminare fänden auch andere begabte Jünglinge, deren Beruf nicht ein theologischer ist, Gelegenheit, sich jüdisch thcologische Kenntnisse anzucignen, daß die Lehre wieder allgemein werde. Große Gemeinden wie Prag, Berlin, Breslau, Pose» müßten ihr Schulwesen ordnen, Lehrer-Seminare errichte», mit tüchtigen, jüdisch gebildeten'Schulmännern an der Spitze, aus welchen echt jüdische Lehrer hcrvorgehen, und an welchen auch andere Jünglinge und Männer Unterricht in manche» Disciplinen erlangen könnten. Anstalten müßten geschaffen werden für die der Schule entwachsene Jugend, auf daß sic im Wissen erstarke und Begeisterung für's Indenthum sie belebe! Das Wo und Wie wird sich finden, sobald die Einsicht von der Nothwcndigkeit vorhanden ist. Freilich muß der kleinliche Egoismus der Gelehrten schweigen, wo sic gemeinsam etwas Großes wirken sollen. Freilich müssen sich auch die verschiedenen Ansichten versöhnen, wenn <8 Allen, wie billig, um das Allgemeine, die Erhaltung des Judenthnms, zu thun ist. Sind die Institute ihrer Einrichtung und ihre» Persönlichkeiten nach wohlmeinende int Sinne der Erhaltung, und auf dem Geiste des rabbinischen Indenthnms beruhend, was thut's, wenn sie nicht — was ja unmöglich — alle Nüancirungcn in den Ansichten zufrieden stellen? Laßt nur redliche Männer der Wissenschaft objectivcS Wissen verbreiten, so wird sich das Rechte schon Herausstellen. Wenn nur Egoismus der Personen und Eigensinn der Ansichten in Einzelnhciten zu Gunsten des Allgemeinen überwunden werden, dann werden Anstalten der Wissenschaft erstehen, die dem Glauben und der Freiheit Rechnung tragen, dann wird der Geist wieder einzichen und das Jndcnthnm