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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-10-01 · Heft 13 (Oktober 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 13 (Oktober 1852)
Article
Die Wissenschaft, das einzige Regenerationsmittel des Judenthums
Date
1852-10-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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Die Wissenschaft, das einzige NegencrativnSmittel rc. 497 lehrt werden könnte. Selbst in religiöser Beziehung wild aufgewachsen, haben sie für die erhabenen Lehren der Religio», jüdische Geschichte und Literatur keinen Sinn. Und ist es erst einer wohl-- geordneten, israelitischen Schule gelungen, ihrem Alter gemäß in Religion gut unterrichtete Schüler zu bilden, so eilen die Elter», selbst die sich orthodox nennen, sie schnell möglichst nach der Wahl irgend eines Berufes allem fernem Unterrichte zu entziehen; und wenn dann der Knabe durch völlige Entfremdung von Lehre und Leben — denn Biele der heutigen Orthodoxen sind zugleich für ihre Kinder mit fromm, denen sie als der ״jungen Welt" die GesetzeSübcrtretungen nachschcn — wenn also dann der Knabe in kurzer Zeit das mit Mühe und unter dem Schweiße des Lehrers Erlernte vergißt: so versäumt man nicht, cs der Schule zur Last zu legen. Daß sich die Früchte dieser Fahrlässigkeit in dem waS unS daö heiligste sein sollte, in Errichtung von Anstalten für Kinder, für die ältere Jugend, für Jünglinge und Männer, jetzt schon in schrecklicher Ignoranz und als Folge davon, in Frechheit zeigen, ist leider zu offenkundig, als daß cS bewiese» zu werden brauchte. Wie oft werden jüdische Knaben von ihren christlichen Commilitonen in der Kenntniß der biblischen Geschichte beschämt! Wie oft inüssen sie crröthen und verstummen, wenn ihr christlicher Lehrer sie einmal, in-der sicheren Boranssetzung, von ihnen Aufschluß zu erhalten, über jüdische Gebräuche vergeblich fragt! Wie oft hört man von jüdischeu Ignoranten, wenn sie über eine unbedeutende Gewohnheit gefragt werden, die beliebte Universal-Antwort: ״Es ist ein Zehngcbot." Mancher sonst nicht ungebildete jüdische Kaufmann ergeht sich wohl in religiöser Disputation mit schönen volltönenden Tiradcn und gelehrt klingenden Worten und fragt zuletzt ganz kleinlaut, ob denn von Succot Etwas in der Thora gefunden wird; was Schreider dieses aus eigener Erfahrung bestätigen kann. Sv weit ist es mit uns gekommen! AuS solcher Ignoranz ist auch die völlige Theilnahmlosigkcit an literarischeit Erscheinungen erklärlich, daß die schönsten Unternchmungen der gediegensten Männer aus Mangel an Unterstützung haden versicchcn müssen, daß die wackersten jüdischen Gelehrten darben und verkümmern. Es gibt schon einen nicht unbedeutenden Theil der Juden, welche wohl Theilnahme für die Juden, für deren äußere Lage hegen, aber nicht für daö Judeuthum. Geist und Seele sind gewichen, und wie lange noch, so tonnte auch diese Theilnahme, die der Basis entbehrt, schwinden! Wer Augen hat, der sehe! Noch

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