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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-10-01 · Heft 13 (Oktober 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 13 (Oktober 1852)
Article
Die Wissenschaft, das einzige Regenerationsmittel des Judenthums
Date
1852-10-01
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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Briefe aus Belgien. 499 neu beleben. Denn die Wissenschaft ist die Wiege und die Ernährenn des Indenthums und sein untrüglicher Schutz jetzt und imrnerdar. 91׳. W. Landau. Dnefe aus Delgien. I. Wenn Ihre geschätzte Zeitschrift vier oder fünf Jahrzehnte früher erschienen wäre und ein gewöhnlicher Leser in ihr einen Aussotz über Belgien und aus Brüssel datirt angetroffen hätte, er würde vielleicht lange in Zweifel gestanden haben, ob von Casars Pelgica Prima oder Seenadel die Rede sei, und wenn man ihn durch den Namen der Hauptftadt, welche damals noch nicht existirte, aus die neuere Zeit hingewiesen hätte, er würde keines anderen Berichts aus diesem Orte gewärtig gewesen sein, als etwa über die Preise der feinen Kanten oder Spitzen, oder des hier zu Lande ״Faro" genannten schäumenden Vieres. Wer würde wenigstens geträumt haben, daß je die Rede sein könnte von jüdischen Angelegenheiten, von Cultns und Schule, von hochgestellten Männern, Staatslenkern, Künstlern und Literaten, welche in diesem verhältnismäßig kleinen Staate, der zwischen größeren und mächtigeren in eine Ecke Europas hineingezwängt ist, ganz frei und unabhängig, ja fast zu frei, zu unabhängig leben!" Es mag vielleicht noch Mancher heute ein solches Belgien zu den Chimären zählen, und es dürste daher um so mehr Zweckmäßig sein, daß ich meinen Mittheilungen über die jetzigen hiesigen Zustände einige historische Notizen voraussende, da solches ohnehin zur Verständigung mancher Verhältnisse fast unentbehrlich ist. Wir brauchen aber deshalb in der Geschichte nicht bis zur Schöpfung, ja nicht einmal bis zur Sündflnt zurückzugehen, um den frühesten Bewohnern Belgiens von jüdischem Glauben aus die Spur zu kommeu. In einem erzkatholischcn Lande, wo sogar unter dem Scepter Karls V. und Philipps!1. die Inquisition als eine überflüssige Sache betrachtet wurde; wo der politisch freisinnige Adel sich von dem Bündnisse seiner gleichgesinnten nördlichen Brüder lossagte, weil diese einer andern Konfession, wiewohl auch christlich, gleiche Rechte einräumten: in einem solchen Lande darf man sich nicht nach jüdischen Bürgern Umsehen, und vernähme man allenfalls daß — laut einiger Chroniken und einzelner apokryphen Geschichtsschreiber — hier und da früher als im letzten Jahrhundert eine oder gar mehrere jüdische Familien in Bel-׳ gien ansässig waren, so darf man die Nichtigkeit bezweifeln oder die Monatsschrift I. 38

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