Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 13 (Oktober 1852)
- Article
- Die Wissenschaft, das einzige Regenerationsmittel des Judenthums
- Date
- 1852-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
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A% Die Wissenschaft, daö einzige NegenerntionSmittel re. Prädikat jüdisch, diesen das des gelehrten rechtfertigend, als Requisiten eines Rabbiners ansehen? Wir aber haben kein Recht uns zu beklagen, muffen uns vielmehr wundern und cs lobend an erkennen, daß es trotzdem noch tüchtige Rabbinen gicbt, müssen die Beharrlichkeit und die Begeisterung dieser Männer bewundern, die unter solchen Umständen sich so mühsam zu zerstreuen und wieder z» conccntriren und von den verschiedenste» Orten ihre Gelehrsamfeit zusammen zu lesen wußten. — Wie steht eS um die Anstalten für Jngcndlehrcr? Was müssen diese leiste»? Woher könne» sie lernen? Von wem müssen sic antorisirt werden? Sonst wurde nur talmndischeS Wissen gefordert und ein Mann, der cs darin bis zu einem ansehnlichen Grade gebracht hatte, wenn er auch nicht zum Rabbiner befähigt war, war ein tüchtiger Lehrer. Das Wissen konnte er auf den vielen Talmndschulen erlangen, von einer solchen mußte er ein Zengniß anfweiscn. Da war doch Ordnnng und Bewußtsein. Nun sollte eigentlich von einem jüdischen, Jngendlehrcr hent zu Tage außer Methode und den allgemeine» Lehrgegcnständcn: Kenntniß der hebr. Sprache, der Bibel im Urtexte, der Geschichte der Inden, der NeligionSphilosophie der Inden, einiges rabbinisches Wissen, Vcrständniß des Talmuds, über- Haupt der rabbinischc» Literatur gefordert werden. Aber wo ist die Anstalt zu dieser Vorbildung? Nirgend. Wer stellt die Forderung? Niemand. Wer antorisirt ihn? Höchstens die christliche Unterrichtsbehörde. Was ist die Folge? Die Bcschneidnng und eine Lücke im Lehrerzengniß von der christlichen Behörde, in der Rubrik: Religion, sind die Requisiten eines jüdischen Lehrers und Religionslchrcrs. Wenn es trotzdem noch sehr״ tüchtige, jüdische Neligionslchrcr gibt, so ist dies noch als eine Frucht der früheren Zeit anzuschen; sie hat das Material geboten, das der Lehrer unserer Zeit mit Wissenschaftlichkeit dnrchdringt. Hierzu kömmt, daß unsere an religiöser Erhebung so arine Zeit gerade die rechten und echten Ncligionslchrer mehr unterdrückt, als fördert. Unsere Orthodoxen sind meist stumpfsinnig, und Wisscnschaft in Religion ist ihnen eine terra incognita oder gar ein Dorn im Auge; und unsere sogenannten Aufgeklärten zucken die Achseln über Religionskenutniß. Ihnen genügt ein Ncligionönnterricht, der etwa die zehn Gebote mit Ausnahme desjenigen vom Sabbat lehrete, der die Jugend nur mit den allgemeinen Polizeigesetzen bekannt machte. Was mehr ist, glauben sie, ist vom Nebel, indem an dessen Stell« irgend etwas Modernes, praktisch Nützliches oder Schönes, und sei es die Ghmnastik oder die Tanzkunst, ge-