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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-10-01 · Heft 13 (Oktober 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 13 (Oktober 1852)
Article
Die Wissenschaft, das einzige Regenerationsmittel des Judenthums
Date
1852-10-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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Die Wissenschaft, das einzige Negenerationsmittcl rc. 495 in Bezug auf jüdisches Wissen nach den damaligen Forderungen. Unterlag auch ihre Anstellung keinem bestimmten Examen, keiner be« stimmten Behörde, so war die allgemeine Kenntniß des JudenthumS in den Gemeinden und die Ueberwachung der Nabbinen ein Prüfstein, sicherer als jedes Examen. Daß aber in jener Zeit das Wissen und der religiöse Eifer bei Rabbinen und Jngcndlehrern mehr zur Fortpflanzung der Nellgionökenntiuß vermochte, als jeder inethodischer und systematischer Unterricht ohne Begeisterung für die Sache, können wir, ohne undankbar zu werden, nicht i» Abrede stellen. Wie könnten unsere heutigen jüdischen Gelehrten Talmud und Exegese und RcligionSphilosophie wissenschaftlich betreiben, hätte ihnen die Vergangenheit in ihrer Jugend nicht so reiches Material geliefert? Selbst die jüngeren Männer, welche ganz der Neuzeit augehören, haben, so viel ihrer wirklich rabbinische Kenntnisse besitze», diese noch de» alten in unsere Zeit hcreinragenden Nabbinen zu verdanken. . WaS haben wir aber gcthan, um uns diesen Vorgängern würdig anznreihen? Womit haben wir die Treue bewährt, die je- »er uneigennützige» begeisterten Liebe für die künftigen Anhänger des JudenthumS werth wäre, die unsere Vorfahren uns bewiese»? Was haben wir gethan, um die Lehre fortzupslanzen und ihr einen Boden im Volke zu sichern? — Die alten Talmndschnlen entsprachen nicht mehr den Bedürfnissen unserer Zeit, waren zu einseitig, zu ausschließlich in ihrer Richtung; sie mußte» eingehen. Wohl! Mo sind aber neuere, bessere nach unseren Bedürfnissen eingerichtete entstanden? Soll man doch kein Gotteshaus nicdcrrciße» bevor das neue errichtet ist! Verödet sind die Stellen, von denen die Lehre auSgehen sollte, verwaist die Jünglinge, die nach Lehre schmachten! ׳An welcher Stätte soll der künftige Rabbiner sich Wissenschaft und Lehre holen? Zerrissen wird sein Geist nach den verschiedensten Nichtungen um der, mutt» (vielerlei) aber nicht multum (Gründliches) verlangenden oberflächlichen Zeit z» genüge»; er sammelt ״hier Etwas und da Etwas", er ist Philolog, Philosoph, Polyhistor, kurz Alles und überall und — nirgend da, wo er als Rabbiner gebraucht wird. Denn zur Erlernung der jüdischen Theologie ist ihm keine Quelle geboten. WaS Wunder, wenn an die Stelle des Wissens die Rede, au die Stelle der Liefe die Breite, an die Stelle der Gründlichkeit Dielwisserei tritt? Was Wunder, wenn Viele der Meinung sind, daß wer bis an den Hals studirt hat, ohne es in irgend Etwas zur Tüchtigkeit zu bringen, eo ipso Rabbiner sei? daß Biele nur die Beschneidnng und den Doctorhut, jene das

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