Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 13 (Oktober 1852)
- Article
- Die Wissenschaft, das einzige Regenerationsmittel des Judenthums
- Date
- 1852-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
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Die Wissenschaft, das einzige NegencrationSniittel re. 493 nischcn Schule hcrvorgegangcn sind. Ja selbst dic rabbinischcn Gegner der allgemeinen wissenschaftlichen Bildung einer früher» Zeit halfen diese fördern, weil sic selbst mit den Waffen der Wissenschaft, wenn auch im enger» Sinne, für ihre Ansicht zu kämpfen genöthigt waren, wie eö im ׳Geiste des Judcnthums liegt. Der Wissenschaft des rabbinischcn Jndcnthnins allein vcrdanfcu wir das innere Leben, die ewige Frische desselben, die es an so vielen gefährlichen Klippen vorbei, durch so viele Windungen führte aus so viele» Kämpfen nach Außen und Innen mit immer erneuter Kraft verjüngt emporhob. Wo aber die Wissenschaft fehlt, da tritt ein starrer an Aberglauben grenzender Buchstabenglaubc ein, der bald einer eben so frechen, wie oberflächlichen, gänzlichen Negation de» Platz räumt. Fragen wir nun nach dieser Skizze ans der Vergangenheil: Was ist in dieser Beziehung in der nächsten Zeit vor n»S von den Juden Deutschlands geschehen, was geschieht gegenwärtig, und was ist, wenn cs so bleibt, von der Zukunft zn erwarten? Fragen nur ferner : was ist zu thun, um eine tröstliche Zukunft z!l schaffen? Was man auch von unserer nächsten Vergangenheit in Bezug ans Aufklärung und allgemeine Bildung nrthcilcn mag, das Zeugniß Muß ihr Jeder geben, daß sie von Verehrung der jüdischen Wissenschaft durchwehet, vom Streben, das Judenthnm zu erhalten, beseelt, und daß die Kcnntniß des Jndenthnms, wenn auch nicht zur Wissenschaft erhoben, Gemeingut war und sich nach Vcrhältniß bei fast allen Individuen in genügendem Grade vorfand. Die Nabbinen haben, nicht als Rabbinen, sondern als Gelehrte der Pflicht der Verbreitung der Lehre mit Begeisterung obgelegen und sie ganz uneigennützig geübt; haben ihrer damals vielfach durch casuistischc und juridische Fragen in Anspruch genommenen Zeit i>nmcr noch ganze Vormittage abgewonnen, die sie der Verbreitung der Lehre widmeten. Sic thaten dies in stiller Bescheidenheit, ohne mit Opfern zu prahlen, ohne bei ihrer pccnniär sehr dürftigen Stellung sich zu beschweren, als mußte dies so sein. Ja viele gelehrte Privatleute machten dic Verbreitung der Lehre zn ihrem Hauptberufe und gönnten nur wenige Stunden dem Gewerbe und dem Genüsse des Familienlebens, um das hohe Verdienst zn haben, tüchtige Schüler anSznsteÜeu und für den Fortbestand des JudenthumS durch Lehrer zu sorge»; bei ihnen war. תורתם אומנתם Die Gemeinden unterstützten Gelehrsamkeit und Gelehrte mit der freudigstcn Bereitwilligkeit, und kamen den Gelehrten mit Hochachtung