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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-10-01 · Heft 13 (Oktober 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 13 (Oktober 1852)
Article
Die Wissenschaft, das einzige Regenerationsmittel des Judenthums
Date
1852-10-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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492 Die Wissenschaft, das einzige RcgenerationSmittel n. vermählen wußte». Jene Zeit zählt unter den rabbinischen Gclchrtcn Männer, die in Theologie und Philosophie, in Exegese, Grammatik und Poesie, in Malhematik und Astronomie, in Medici>r und in Staatöwissenschastcn sich auszeichneten. Man denke an einen ChaSdai, Sadias, Gabirol, Samuel Hanagid, Jchnda Halewi, Ihn Esra, Maimonides, Kimchi, Abarbancl! I» de» Zeiten des Druckes, als den Juden jedes Gebiet weitlichcn Strebcns durch Intoleranz abgcsperrt, jede Wiffenschaft außer der jüdisch-religiösen durch Ausschließung von der Gesellschaft vcrleidet wurde; als die Inden in steter Verfolgung, Berachtung, Knmmer und Leid hinsiechtcn und nur ihre Lehre und ihr Gesetz ד״ אמות של הלכה zum Tröste hatten, waren cs wiederum die Nabbine», welche aus dem unerschöpflichen, an tiefer Moral und Religiosität reichen Borne der Hagada das Bolk labend, dessen Sinn für Tugcnd und edlen Nationalstolz kräftigten, in den Herzen der Bettler unter den Völkern ein königliches Ideal »ährten, unter verächtlichcr Außenseite ein bcneidenöwerthcs paradiesisches Reich des Gemüthes zauberten; waren es die Rabbincn, welche durch die Geistesschärft halachischer Discnssioncn die Seelen der Zertretenen über die kleinliche,, drückende Außenwelt zu erheben, mit den Schwingen der Geisteskraft zu dem reinen Aethcr der Gedankenwelt zu beflügeln im Stande waren: so daß an Wissensdurst, an Tiefe nud Reinheit des Gemüthes die Geknechteten ihre Herren, die Geächteten ihre Vcrächtcr beschämt hinter sich zurücklicßen; daß das Ideal, ihre innere Welt, eine Macht ansübtc, welche in dem Adel des Bewußtseins mit edlem Hohne der elenden Wirklichkeit siegreich gegenüber treten konnte. Und rabbinische Gelehrte waren und sind cs, die, sobald die Vorschnng das Schicksal der Juden geistig und materiell besser gcstal» tete, mit jugendlicher Frische ihren geflügelten Geist in die Tiefen der verschiedenen Gebiete des Wissens tauchten, und an die glänzcnde maurisch-spanische Periode anknüpftnd, jüdisches Wissen mit allgemeiner Wissenschaft gegcnseilig zu befruchten und auch in vcrschiedenen Zweigen der Kunst sich mit Glück zu versuchen verstanden. Hätte nicht das rabbinische Studium die Geister im Allgemeinen rege erhalten, die Freude an Forschung und Erkcnntniß geweckt und genährt; nimmermehr hätte ein stumpfer Plebs Israel durch Erzeugnisse jeder Wissenschaft und Kunst verjüngt und ihm den Rang in der civilistrtcn Menschheit errungen, den cs gegenwärtig mit Ruhm behauptet. Wir brauchen hier keine Namen zu nennen; es ist Jedermann bekannt, daß alle für Wissenschaft und Bildung unter den Juden der Neuzeit wirkenden bedeutenden Männer aus der rabbi-

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