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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-10-01 · Heft 13 (Oktober 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 13 (Oktober 1852)
Article
Die Wissenschaft, das einzige Regenerationsmittel des Judenthums
Date
1852-10-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Die Wissenschaft, das einzige Regencrationsmittel rc. 491 begeistert und erwärmt, in ihrer Religion und ihrer Väter frommen Sitten einen Schah erkannten, der ihnen mehr als Leben, der ihnen Ewigkeit galt. Die Wissenschaft der Religion ist die Kraft und das Leben der Juden; dies erkannten sie und ihre Feinde. Darum verfolgten diese vorzüglich die Lehre, die heiltgen Bücher, und darum ließen sich jene vorzüglich um ihrctwillen würgen. — Zur selben Zeit daher, als der Heldcnmuth gegen Tyrannei kämpfte, bekämpfte auch die Wissenschaft die Jguvranz, errichtete Jose ben Jooscr Schulen zum geregelten, gelehrten Unterrichte der Männer und Jünglinge, wie ans der Mischua (Ende Sota) und ans seinem Spruche hervorgeht, und sorgte, daß die Lehre ihn, den als Opfer der Dcrfvlgnng gefallenen Lehrer ") überlebe. — Immer war es die Partei des gelehrten Jndenthnms, das ist die der Peruschim oder Pharisäer, welche in dem Judenthnme kein todtes, abgeschlossenes Werk, sondern einen Innern, immer frisch wirkenden und gestaltenden Geist erkannte, die das Volk begeistert um sich zu schaaren wußte, galt cö äußere Feinde oder innere Gegnerzu bekämpfen. Als Beweis erscheint uns der Sieg der Peruschim über die Sadducäer, und später der Rabbaniten über die Karäer, welche weil sie dem Judenthnme die gestaltende Traditio», den Lebenönerv durchschnitten, ihre eigenen Mörder wurden, indem sie nur so lange blüheten, als die rabbinische Polemik einiges Wissenschaftliebe Leben in ihnen anfachte, dann aber zn einer starren, an Zahl geringen, an Bedeutung schwachen Secte schmolzen und verstechten. — Ja, die Anregung der mosaischen Religion zur Forschung, das Princip des rabbinischcn JndcnthnmS: Fortentwickelung, haben nicht nur den Mosaismus zur Wissenschaft erhoben, sondern weihetcn auch den Sinn und schärften den Geist der Juden, daß sie in günstigen Zeiten sich mit den verschiedenartigsten Wissenschaften und Künsten befreundend, sich auf die Höhe der Zeitbildnng schwangen; in den Zeiten des Druckes und der Dumpfheit aber, durch Sinn für Wisscnschaft, wenigstens für die ihnen astein vergönnte Neligionswissenschaft, durch Hingebung für Gott und reine Sittlichkeit, in welcher sie als in dem liebgewordcnen Gegenstände ihrer fortwährenden Forschung athmetcn, lebten und Trost suchten, sich vor ihren Bedrücker» auszeichncten. In der maurisch-spanischen Periode waren rS die Nabbincn, welche Religion mit Philosophie, Gcmüth mit Geist, die ernste Wissenschaft mit der freundlichen Poesie, theoretische Forschungen mit empirischen Wissenschaften und praktischen Fertigkeiten zn ) Vgl. Heft 11. 1U('cv den Lapidarstyl. S. 407 ff.

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