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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-10-01 · Heft 13 (Oktober 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 13 (Oktober 1852)
Article
Die Wissenschaft, das einzige Regenerationsmittel des Judenthums
Date
1852-10-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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'488 Die Wissenschaft, daS einzige Ncgc»cratio»s»!ittcl 2c, 1191t), R. Simon bcn Lakisch sagte: ״Die ganze Welt besteht nur durch den Hauch der lernenden Jugend im Lehrhanse" und ״inan darf den Jugendnnterricht nicht stören, gälte es auch den heiligen Tempel zu bauen." Derselbe ruft aus (Sacca 33 a): ״Mein Leben mochte ich hingcbcn für N. Chia und seine Sohne! Dem: einst war die Lehre vergessen in Israel, da kam ESra von Babel und erneuerte sie; wieder kanr sie in Vergessenheit, da kam Hillel von Babel und begründete sie von Neuem, und als sie abermals in Vergessenheit gerieth, so verdankten wir sie R. Chia und seinen Söhnen." Diescr R. Chia war aber nicht nur Lehrer für Männer, sondern hatte ein vorzügliches Verdienst um den Jugendnnterricht, den er mit vielen Opfern von Zeit und Geld durch Begründung von Schulen, in denen er lehrte und lehren ließ, förderte. Zur Erleichterung des Unterrichts und zur bessern Förderung der Begabteren hatte er die Einrichtung getroffen, daß die Fähigeren die Schwächeren nnterrichteten. Als ihm einst sein sehr scharfsinniger College von sich rühmte, er könne, falls die Lehre vergessen würde, sie wieder mit seinem Scharfsinn entwickcl», antwortete er ihm: ״Ich aber sorge dafür, daß sie nicht vergessen werde." Den Rabbinen war Lehren und Lernen so identisch mit Leben, daß sie auch ganz ohne Nücksicht auf daö' Resultat, welches oft für die Praxis ganz bedcntnngsloS war, im Forschen selbst ihre Freude und daö genngthuendc Bewußtscin einer hohen Pflichterfüllung fühlten. Denn sie wurzelten in der Geschichte ihres Volkes, die auf all ihren Blättern den innigen Zusammenhang selbst seines äußeren Bestandes mit dem Grade seiner Rcligivnserkcnutniß darstellt. Laßt uns nur kurz in einigen Momenten diesen Saß beleuchten! Als zu den traurigen Zeiten der Richter Israel seine Aufgabe vergaß,sich nicht um den einigen Gott schaarte, sondern sich im Götzendienste seiner Nachbarn zersplitterte, war auch, weil die Grundlage fehlte, die Einheit im Volke dahin und seine Kraft gebrochen, und sie wurden einzeln, da sie, sich nicht als Gcsammtheit fühlend, einander nicht beistanden, eine Beute ihrer kriegerischen Nachbarn. Nur momentan konnten die heroischen Männer, Richter genannt, die, obwohl meist im frommen Geiste regierend, doch den Hauptmonrent: Gcisteserhebung des Volkes durch Belehrung, unterließen, sie ans dieser traurigen Lage befreien, und ihre Wirksamkeit schwand mit ihnen. Wie hob dagegen Samuel das Volk zur Einheit, Macht und Blüthe! Er wußte sie für ihre gemeinsame, große Ausgabe, für den Glauben an den Einig-Einzigen zu begeistern, hob in ihnen das edle Bewußtsein der Erkenntniß, sie erkannten die Größe des Zieles, zu dem sie sich vereinigten, wnß-

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