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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 6 · p. Seite 421

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 6
Article
Weitere Beiträge zur Geschichte der Pharmazie bei den Juden
Date
1938-01-01
Page
Seite 421 (sequence 5)
Language
German
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Weitere Beiträge zur Geschichte der Pharmazie bei den Juden 421 Schriften ״Die Aerzte'4 (Lübeck) und ״Deutsche Gesundheitszeitung4" (Ham״ burg). (Hirsch~Gurlt: a. a. O., Bd. III, S. 693.) — Der Jude Daniel Hen« riques de Castro (19. Jhdt.), der sich in seinen Mußestunden erfolgreich als Glasgraveur betätigte, war Apotheker in Amsterdam. — Analog dem illy״ rischen Landes״Gubernium (vgl׳. MGWJ 1938, S. 126) erließ die k. k. Landes« regierung im Erzherzogtum Österreich unter der Enns ein Zirkular de dato Wien, 12. Juni 1829, betr. Ausschließung der Juden vom Apothekergewerbe. — Gegen jüdische Apotheker ist die antisemitische Schrift von Hartwig v. Hundt«Radowsky ״Judenspiegel. Ein Schand« und Sittengemälde alter und neuer Zeit44 (Würzburg 1819) gerichtet. Kapitel 10 trägt die Aufschrift: ״Der Jude als Arzt und Apotheker44 und enthält Schmähungen dieser beiden Berufe. — Dr. Louis Lewin in Breslau verweist mich in einer brieflichen Mitteilung auf seine Handschrift Nr. 280, in der jüdische Apotheker er״ wähnt werden, die zu polnischer Zeit in Kempen in der Provinz Posen tätig waren. Dagegen war den Juden in Posen in altpolnischer Zeit der Verkauf von Arzneien verboten. (Deutsche wissenschaftliche Zeitschrift für Polen, Posen 1924, Heft 4, S. 55). — Einer zeitgenössischen Statistik ist zu em> nehmen, daß sich im Jahre 1816 in den Departements Posen und Kalisch unter den 54 Apothekern kein einziger Jude befand, — im Jahre 1836 gab es in Livorno drei jüdische Apotheker, in Florenz einen, in ganz Dänemark zwei. — Der erste Fall der Übernahme einer Apotheke durch einen Juden traf in Preußen erst 1861 ein (vgl. MGWJ 1938, S. 129). In diesem Jahre entschied v. Bethmann«Hollweg, daß Juden, die die ״formelle Berechtigung" erworben, nicht am Betrieb des Apothekergewerbes gehindert werden dürfen. Erst 1892 bekam der Jude Karl Neustadt, ״ein ganz vortrefflicher, freidenkender Mann44, die erste Konzession in Berlin. (Schelenz: a. a. O., S. 792.) — Von dem Handelsverkehr der Juden in Mähren waren Arznei« Sachen, Baumöl, Safran (Reskript vom 13. V,. 1713), doch nicht Gewürze überhaupt, ferner Seife (Reskr. vom 8. X. 1785), Pulver und Salpeter (Patent vom 3. IV. 1743) ausgenommen. (D’Elvert: Zur Geschichte der Juden in Mähren und Öst.«Schlesien. Brünn 1895 S. 181.) — Einer der ersten Apo« theker in Serbien war der Jude Vito Romita. Er war gleichzeitig Arzt und impfte 1826 den Fürsten Michael Obrenovic. Romita brachte seine Apotheke mit nach Belgrad, wo er jahrelang der einzige Apotheker war. (Kosier: Jevreji u Jugoslaviji i Bugarskoj. Zagreb״Beograd«Ljubljana 1930, S. 149.) — Juden in der wissenschaftlichen Pharmazie des 19. Jhdts.: Franz Leopold Sonnenschein, geb1. 13. VII. 1817 in Köln, gest. 26. II. 1879 in Berlin. Stu« dierte in Berlin, hielt gleichzeitig in seinem kleinen Laboratorium einen pharmazeutischen Vorbereitungskursus ab, promovierte 1851 und habilitierte sich 1852 als Dozent der Chemie in Berlin. In seinem Laboratorium wurde von Gaedcke das Kokain entdeckt. Von ihm stammt die Verwendung der Phosphormolybdänsäure als Reagens auf Alkaloide. Er wurde 1869 a. o. Professor, gab 1852 eine ״Anleitung zur chemischen Analyse für Anfänger‘4 und 1870 sein ״Handbuch der gerichtlichen und analytischen Chemie44 her« aus. (Adlung-Urdang: Grundriß der Geschichte der deutschen Pharmazie. Berlin 1936, S. 478.) — Georg Bruno Hirsch, geb. 13. IV. 1826 in Görlitz,

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