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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 6 · p. Seite 420

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 6
Article
Weitere Beiträge zur Geschichte der Pharmazie bei den Juden
Date
1938-01-01
Page
Seite 420 (sequence 4)
Language
German
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420 Lavoslav Glesinger zur Goldenen Viper, später wurde er Professor am Jardin des Plantes. Er war einer der bahnbrechendsten französischen Apotheker und kann als einer der frühesten Vertreter der wissenschaftlichen Pharmazie angesehen werden. Die von ihm verfaßte Pharmakopoe, in der sich das gesamte pharmazeu״ tische Wissen seiner Zeit spiegelt, beeinflußte in hohem Maße die pharmazeutische Literatur der folgenden Jahrhunderte. Dieses Werk erschien fünfmal in Paris, zweimal in Lyon und einmal lateinisch in Genf (1684). (Apotheker״Kalender, Berlin 1933.) (Vgl. auch die Biographie bei Hirsch״ Gurlt: a. a. O., Bd. I, S. 703.) — Auf einem zeitgenössischen Stich von l'Anglois (Paris 1678) wird Charas in der Tracht seiner Zeit dargestellt, links von ihm chemische Apparate, vor ihm auf einem Tische Bücher, Schreibzeug und eine Viper. Die Inschrift lautet: ״Moses Charas Pharma״ copoeus Regius“. Als die portugiesischen Juden im Jahre 1496 des Landes verwiesen wurden, blieben etwa 20 000 zwangsgetaufte Personen zurück, die sich hauptsächlich als Kaufleute, Ärzte, Apotheker und teilweise als Handwerker betätigten. Gegen diese marranischen Ärzte und Apotheker ist ein Statut vom Jahre 1604 gerichtet, das einen Numerus clausus der jüdischen bzw. marranischen Studenten anordnet. Dieses ״Regimento dos medicos e boti« carios christaos velhos“ wurde den ״Estatutos da Universidada de Coimbra“ (Coimbra 1654) beigefügt. (Bibliotheca judaica iberica, Katalog Nr 33 des Antiquariats Louis Lamm in Amsterdam, 1937, S. 38, Nr. 602.) Die deutschen Juden belieferten im 17. Jhdt. die Apotheker auch mit Branntwein. So sträubt sich im Jahre 1654 der Apotheker Geritius in Brieg, Kornbranntwein von einem Juden, zu beziehen. (Schelenz: a. a. Q., S. 539.) — Im Jahre 1668 erschien die ״Erneuerte oder reformierte Medi״ zinal״Apothekerordnung“ für Frankfurt. Darin wird u. a. ausdrücklich be״ merkt, daß der Verkehr mit Juden Beschränkungen unterliege. (Apotheker״ Zeitung, 1897, S. 99.) — In einem Manuskript aus dem 17. Jhdt.,. wird ein ״Meinster Schimon“ als Erfinder einer ״Franzosensalb“ erwähnt. (Grün« wald: Aus Hausapotheke und Hexenküche III. in Jahrb. f. jüd. Volkskunde, 1923, S. 178 ff.) — Unter den pfuschenden Arztapothekern des 18. Jhdts. wird auch der Schutzjude Levin Salomon, Sohn eines kaiserlichen Hof״ medicus (?) angeführt, der aus einem vom Vater ererbten Buche kurierte und der sich 1742 in Plön aufhielt. (Kinder: Chronik von Plön, S!. 422, angef. bei Schelenz a. a. Q., S. 576.) — Der in M!GWJ 1938, S. 129 erwähnte Georg (alias Gumpert) Levison war tatsächlich approbierter Arzt. Er studierte in England und Schottland, errichtete in London ein Armendispensatorium, kam nach Schweden, wo er in Stockholm eine ähnliche Anstalt gründete, wurde Professor und später kgl. schwedischer Gesandtschaftsarzt in Ham״ bürg. In den, achtziger Jahren des 18. Jhdts. kehrte er in seine Geburts- Stadt Berlin zurück und starb in Hamburg am 10. II. 1797. Er verfaßte: ״Beschreibung der Londonschen medizinischen Praxis“ (Berlin und Stettin 1782), ״An essay of the blood“ (London 1776), ״An account of the epide״ mical sore״throat“ (London 1778), ״Der Mensch, moralisch und physisch dar gestellt“ (Braunschweig 1797). Außerdem war er Redakteur der Zeit״

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