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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 6 · p. Seite 413

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 6
Article
Karäische Studien
Date
1938-01-01
Page
Seite 413 (sequence 10)
Language
German
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Karaische Studien 413 begegnen115, müßte, um die Annahme karäisdien Einflusses schon für Agobard aufrecht zu erhalten, die Existenz einer karäisdien polemischen Schrift, die die anstößigen Agadoth auf zählt, schon so frühzeitig angesetzt werden, lange vor Daniel al-Kumisi, daß dieselbe schon zu Beginn des 9. Jhdts. christlidien Kreisen in Europa zugänglich gewesen wäre. Auf der anderen Seite scheint es jedoch, daß hier eine Linie hinführt, die noch in der älteren Patristik ihren Ausgangspunkt hat, wo doch Angriffe wegen der körperlichen Gottesvor- Stellungen der Rabbinen (wenn dieselben auch in manchem, wie mir scheint, anderer Art) bereits so früh, wie bei Justinus Martyr begegnen116. Daß die Kirche selbst in ihrer eigenen Lehre weit verwundbarere Punkte bot, worauf ja späterhin die jüdischen Apologeten hinweisen (vgl. audi Baer 30), schließt bei jener Art Polemik keineswegs aus, daß diese Angriffe in ihrem Schoße entstanden sind. (Man muß sich das wirkliche Motiv Justins vor Augen halten, dem es darum zu tun war, durch diese Angriffe auf den Anthropomorphismus der Rabbinen — weil sie es dabei bewenden lassen, daß das Subjekt jener anthropomorphischen Bibelstellen dem natürliehen Schriftsinn gemäß Gott ist — sich erst die Voraus- Setzung zur christologischen Deutung dieser Stellen, ihrer Be- Ziehungen auf den Stifter, zu schaffen; ähnlich auch Irenäus; vgl. Koole 108.) Endlich muß der Anstoß an den agadischen Anthropomorphismen vor allem aus dem Lager der rationalistischen islamischen Religionskritik hergekommen sein, die ihrerseits besonders auf Freigeister und Sektierer des Juden- 115 Darüber vgl. jetzt besonders William Lukyn, Adversus Judaeos, Cambr. 1935, 351 ff.; ferner etwa Graetz 5, 235 Anm. 2, 240 f., 243; EJ 1, 1045. 116 Bei Ha mack, Judent. und Christent. in Justins Dialog, Texte und Untersuchungen z. Gesch. d. älteren christl. Lit. ed. Harnack-Carl Schmidt, 39. Band, Heft 1, 1913, 69 ff.; siehe jetzt auch Marmor stein, The old rabbinic doctrine of God II, 1937, 48; neuestens auch Koole, De overname van het oude testament door de christelijke kerk, Hilversum 1938, 109; siehe auch die Angriffe des Irenäus gegen gnostische Sekten, Gaster, Stud. and Texts II, 1925—1928, 1342 ff.; Marmorstein 51, besonders Anm. 108; vgl. jedoch weiter S. 414 Anm. 121.

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