Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 82 (1938)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Karäische Studien
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 408 (sequence 5)
- Language
- German
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408 Jakob Neubauer zung׳ vorgenommen hätte, er, anstatt genötigt zu sein, Dubletten zu, kön״ struieren, doch zumindest an dem von ihm selbst vorher angeführten Grunde von אמדד׳ח nicht gut hätte Vorbeigehen können. So aber hat Hadassi nun einfach die Fassung beider Vorlagen, wie sie sich ihm boten (א מ היח aus Vorlage A; die Gestalt der Aufstellung der acht Verbotsgründe mit V, VI aus Vorlage Br) unverändert übernommen und nebeneinander ge״ stellt04. (Die von uns oben S. 406 genannten mutmaßlichen Motive®3 04 Es bedarf wohl kaum der näheren Ausführungen, daß zumal bei einem karäischen Autor selbst so frappante Disharmonien, die sich nur aus der einfachen, beinahe gedankenlosen Übernahme verschiedener In״ halte disparater Quellen erklären, nichts Auffälliges an sich haben. Ganz gewiß nicht bei Hadassi. Zur Einrichtung und Beschreibung des Eschkol, sowie seiner Charak« teristik (auch Ergänzungen und Berichtigungen zur Druckausgabe) vgl. die Untersuchungen P. F. Frankls, Kar. Studien, Neue Folge MGWJ 31—33,!882—84, besonders 311 ff.; sowie Bacher, MGWJ 40, 1896, 16ff.; vgl auch S k o s s, EJ 7, 773 f.; vgl. auch ob. S. 349 Anm,. 78. Auch bereits Hadassi, mit dem der Abschluß der Blüteperiode der karäischen Literatur gerechnet wird (sein Eschkol ist nach dem bekannten Worte Josts, Gesch. d. Judenth. u. s. Sekten II, 1858, 352, mit dem ״großen Meer“ zu ver״ gleichen, ״in das sich alle Bäche der karäischen Wissenschaft ergießen“ und gerade darum für uns so unschätzbar; Po’Znanski, JQR 10, 267), war ״after all only a Compiler“, Poznanski — der bekannte Ausspruch Alphabet 64 p, 31b: כי מספריהם נתעשרבו. Hadassi begnügte sich sogar einfach damit, ״seine Excerpte und Entlehnungen mit der äußeren Ornamentik von Reim und Akrostich zu versehen“ (gerade darin — ״daß er die mitgeteilten Texte aber sonst ziemlich intakt ließ“, liegt der hohe ״literaturgeschicht״ liehe Wert ״seines Werkes“ als Fundgrube“ für das ältere Schrifttum ־— Bacher, MGWJ 40, 17). Für Geistesart und Verfahren Hadassis ist es ja bezeichnend, daß er seinen Abriß der hebräischen Grammatik noch nicht etwa einmal aus verschiedenen Quellen zusammen gesucht und dann ״aus eigenem compiliert“, sondern sich nicht scheute, einfach das ganze Mos״ najim Ibn Esras, acht Jahre nach dessen Abfassung, seinem Werke einfach einzuverleiben (Bacher, MGWJ 40, besonders 68 ff., 69, 73, 126). Dieser Umstand einer so weitgehenden ״unehrlichen Aneignung“ (״literarischen Annexion“ — Bacher) einer ganzen Schrift legt es übrL. gens nahe, daß auch die unmittelbare Abhängigkeit rladassis vom ביתן המשכילים des Nissi ben Noach, 11. Jhdt., eine sehr weitgehende ist. Schon bei dem wenigen, was bisher von Nissi bekannt ist, zeigen ganz umfang״ reiche Stücke in beiden völlige Übereinstimmung oder große Ähnlichkeit (vgl. besonders Frankl, Haschachar 8, 1877/78, 121 ff,; siehe schon Pinsker 223; vgl. auch Poznanski, JQR. N. S. 11, 249) Dies obwohl der Name Nissis im Eschkol nicht vorkommt (vgl. Frankl a, a. O. 8, 181; 7, 1876/77, 711 Anm. 1); vielleicht fehlt er eben gerade darum. (Im Gegen״