Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 82 (1938)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Gute Hoffnung
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 379 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Gute Hoffnung• 379 nung und Vertrauen (בטחון) ist Bedingung der Umkehr zu Gott (das. § 3). Vom Vertrauen als ״eschatologischem Gut” heißt es: ״Wer sein Vertrauen (eig. Hoffnung) auf Gott setzt, dem ist Gott Schutz hienieden und in künftiger Welt (Menachoth 29b). Die ״Leistungsreligion“ hat somit die Hoffnung nicht aufgehoben: auch Hoffnung ist Leistung. Paulus Rom 151s verknüpft Hoffnung mit Freude (xaP^)• Ebenso Spr Sal. 1028: ״Hoffnung der Frommen ist Freude”. Und wenn bei Paulus die Gottvertrauenden sich von den Gottlosen (äfrsoi) durch die Hoffnung unterscheiden, so findet dieser Unterschied in Spr Sal. zwischen den Gerechten (Swtatoc) und den Gottlosen (daeßstc) statt. Hingegen ist der Gegensatz bei Isokrates zwischen Gerechten und Ungerechten6. In demselben Vers, in dem Hoffnung und Freude der Gerechten gepriesen wird, wird die Hoffnung den Gottlosen abgesprechen (8X7clc 5s aasß&v aTtoXsIxai). Folglich mußte Paulus als Schüler des rabbi Gamaliel nicht in den Komödien eines Philemon suchen, was er im Judentum leicht finden konnte7. 2. Was die Hoffnung als selbständige Tugend anlangt, so hat Philo aus Alexandreia die Tragweite dieses religiösen Gefühls klar erkannt. ״Die Hoffnung müssen wir betrachten als die wichtigste Saat, die der Schöpfer auf fruchtbaren Boden gepflanzt hat, in die vernunftbegabte Seele“8. Die Hoffnung ist Born des Lebens im allgemeinen und des religiösen Lebens im besonderen9. Sie ist unerläßliche Bedingung des Menschtums; mit der Hoffnung beginnt das Buch der Menschheit10. Denn nur der ist in Wahrheit Mensch, wer von guter Hoffnung durchdrungen ist11. 6 ol Bixatot tojv aotxojv , . . sX7rtc5t axooBaicac; 1.39. 7 Auch Bultmann behauptet, daß die neutestamentliche eXids ״wesentlieh durch den alttestamentlichen Hoffnungsbegriff bestimmt ist/' 8 De praemiis et poenis 10. 9 Das.: ~auT7]<; (zyjc, XopxTj(; tyoxW 6 TCparcoQ 0716poq sot'.v sXtzic, vj ן7ןן17ד uov ßtaw. Damit wäre zu vergleichen Midrasch Gen. r. XCVIII, 14: alles durch Hoffnung (7(הכל בקווי Heiligung des göttlichen Namens, Entlassen der Sünden, Verzeihung — in Hoffnung. 10 De Abrahamo 11. 11 oti yiovo(; eueXict<; dvfrpcMtoq, Quod det. pot. ins. 139. Verbindung von Hoffnung und Freude (yapd) das. wie bei Paulus Rom 1513. 26*