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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 6 · p. Seite 366

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 6
Article
Die runden und hyperbolischen Zahlen in der Agada
Date
1938-01-01
Page
Seite 366 (sequence 6)
Language
German
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366 Juda Bergmann eine Vielheit ausgedrückt. Über den Ungläubigen, so lautet ein islamischer Traditionssprnch, werden im Grabe 99 Drachen gesetzt. Nach einer mohammedanischen Sage befinden sich in Mekka zwischen dem schwarzen Stein und dem Zemzem die Gräber von 99 Propheten• Nach einem arabischen Spruch hat Gott 99, d. h. unzählige Namen. Überhaupt werden im Arabischen wie auch in der religiösen Literatur der Parsen als Quantitätshyperhel zwei-, drei- oder vierstellige Zahlen verwendet, die an allen Stellen identische Einheiten aufweisen. Die Parsen erzählen von 9999 Schutzgeistern der Gerechten, ebensovielen Dämonen, bösen Feinden, Zauberern und Hexen, die gegen die himmlischen Sphären kämpfen. Eine ähnliche Quantitätshyperhel findet sich in der Erzählung der Agada, der König Manasse habe das dritte Buch der Tora auf 55 Arten gelernt. Vielleicht gehören in dieselbe Kategorie nicht nur das Wort des Evangeliums von dem Hirten, der sich über das heimgekehrte Schaf mehr freut als ״über die 99, die nicht verirrt sind‘6, sondern auch folgende Aussprüche der Talmudlehrer. Rab und Chi ja der Ältere sagten: 99 starben infolge des bösen Blickes und Einer durch die Hand Gottes. Chanina und Samuel dagegen meinten: 99 starben infolge von Erkältung und Einer durch Gottes Hand. Im Namen Jonathans lehrte Samuel b. Nachman: 99 starben infolge von Erhitzung und Einer durch die Hand Gottes• Die Rabbinen dagegen erklärten: 99 starben infolge von Fahrlässigkeit und Einer durch die Hand Gottes. Von Elieser, dem Sohne Jose des Galiläers, stammt der Ausspruch: Selbst wenn 999 Engel zu Ungunsten des Menschen aussagen und nur Einer zu seinen Gunsten, läßt Gott die Wagschale des Verdienstes sinken; ja sogar wenn der eine Engel nur zu einem Tausendstel günstig aussagt und zu 999 Teilen ungünstig, genügt das Tausendstel, damit Gott die Wagschale des Verdienstes sinken lasse20. 4. Eine Vielheit wird in der Agada auch durch die Zahl 13 ausgedrückt. 13 Jahre weilten Simon b. Jochai und Chananja b. Chakhinai im Lehrhause Akibas. Simon b. Jochai weilte mit seinem Sohn Eleasar 13 Jahre in einer Höhle, wo 20 Goldziher a. a. O. 240; Manasse Sanh. 103b, Evang. Mt. 1813; Talmudlehrer j. Sabb. 14c, Lev. r. 16, j. KidcL. 61d.

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