Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 82 (1938)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Karäische Studien
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 351 (sequence 28)
- Language
- German
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Karäische Studien 351 isi wiederum für Salmon aufgezeigt, in welch hohem Maße Kirkisani für ihn bestimmend gewesen sein muß (welchen Nachweis im einzelnen die geplante Edition von Kirkisanis Kompendium ermöglichen wird), so ist damit zugleich ausgesprochen, wie groß der Anteil Kirkisanis im allgemeinen auch für die genannten anderen älteren Autoren des Karaismus sein muß, gleichgültig ob diese letzteren (wie Sahl und Jefet) aus Kirkisani direkt oder bereits aus Salmon geschöpft haben. War bereits vom späteren halachischen Schrifttum der Karäer und ihrer Polemik, wie sie etwa auf Jeschua ben Jehuda folgen, bekannt, daß dieselben (abgesehen von wenigen Ausnahmen; und auch diese nur bis zu einem gewissen Grade) lediglich im Ausschreiben der älteren Autoren und Wiederholungen bestehen (Poznanski, JQR 10, 275 f.), so wird man aber auch den Schriftstellern der älteren Periode nach Kirkisani, besonders für ihre Polemik, in sehr großem Maße Originalität abzusprechen haben und weitgehend (mittelbar oder unmittelbar) mit Entlehnungen aus Kirkisani, was das Wesentliche betrifft, zu rechnen haben. Kirkisani bildete allem Anschein nach den Schwerpunkt der Polemik gegen die rabbanitische Halacha und das rabbanitische Judentum in seinem vollem Umfange und hat mithin der karäischen Polemik für die ganze Dauer ihres Bestehens — für die spätere Periode, d. h. alles, was auf die genannte ältere Periode folgt, kann ja, wie soeben bemerkt, überhaupt nicht von einer ״Entwicklung“ gesprochen werden83d — die Wege vorgezeichnet810. — Übrigens, wie bereits bemerkt, wird hier Kirkisani nur als Ausgangspunkt der spezifisch antis a a d i a ni s ch e n Polemik82 genannt. Soweit es sich um antirabbinische Polemik, 8!d) Vgl. schon KLO 72; siehe jedoch die folgende Anm. 81 e Was natürlich Veränderungen in Einzelheiten, die gleichwohl keineswegs der Bedeutung entbehren, nicht ausschließt, wie weiter Kap. ID gezeigt werden soll. 82 Hier in dem oben S. 344 f. gekennzeichneten Sinne gemeint, d. h. den Teil der Angriffe, der gegen die spezifisch saadianischen Auf~ fassungen gerichtet ist, die aber nicht den Talmud als solchen treffen, wenn man von den Theorien Saadias absieht. Ihrem Namen und Wesen nach ist freilich die nachsaadianische karäische Polemik besonders in der älteren Periode, aber vielfach auch später, prinzipiell antis aadiani sch,