Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 82 (1938)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Karäische Studien
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 352 (sequence 29)
- Language
- German
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352 Besprechungen unabhängig von Saadia83, handelt, bei der ja auch Kirkisani vielfach die Argumente seiner Vorgänger enthält, mag dieselbe ja vielfach nur eine Reproduktion noch älteren polemisehen Gutes enthalten84. (Schluß folgt.) Besprechungen. J. L. Koole, De overname van het Oude Testament door de christelijke Kerk, Hilversum, J. Schipper jr., 1938, 320 S. Ausgehend von einer tabellarischen Aufstellung der Alttestamentliehen Zitate bei den ältesten Kirchenvätern bespricht K. die Stellungnahme der alten Kirche zum A. T. Danach hat sich das Christentum als Weiterführung der alttestamentlichen Religion begriffen: dogmatisch in der Lehre von den Attributen Gottes, von den ersten und letzten Dingen, — ethisch, wie namentlich Justin betont, (besonders zu beachten die Anerkennung der zehn Gebote) — geschichtlich, indem das A. T. als das große ethische Musterbuch gilt. Es enthält aber nach kirchlicher Anschauung ein Zuviel in seinen partikularistischen Bestandteilen, die entweder zurückgestellt oder vergeistigt oder als nunmehr ungültig erklärt werden, und ein Zuwenig, sofern Jesus in ihm keine oder doch (da xupioc; auf ihn bezogen wird) eine zu geringe Rolle spielt. Eine ähnliche Stellung zum A. T. findet K. bereits in den neutestamentlichen Urkunden, insbesondere bei Jesus, der sich auf das A. T. stützt, aber seinen 'Partikularismus bekämpft und* 1 sich selbst in ihm geweissagt sieht, und1 bei Paulus, dem das1 AL T. durchaus Gottes Wort ist, aber seit dem Erscheinen Jesu keine gesetzlich bindende Kraft mehr besitzt, unbeschadet der allegorischen Bedeutung mancher Gesetze. Dagegen ist für Markion und für die meisten Gnostiker der Gott des A. T. nur der Demiurg als Gott dieser verworfenen Welt. Zum Verständnis der Ent- Scheidung der Kirche zwischen diesen Anschauungen zieht K. einerseits die exegetischen Methoden des tannaitischen und des alexandrinischen Judentums heran, andererseits die Kritik der Heiden am, Judentum und1 die Homer-Allegorese heran. Jüdische und griechische Methoden der Exegese haben es der Kirche erleichtert, das A. T. umzudeuten und einen Mittelweg zu finden, der es( als göttliche Urkunde gelten und auf Weit- und Lebensbild stark wirken ließ, es aber doch dem neuen Glauben anpaßte. Das Buch ist fleißig und sachkundig gearbeitet, wenn auch der Verfasser offenbar im jüdischen und im griechisch-römischen Schrifttum nicht so zu Hause ist wie im altchristlichen. Ohne überraschende Ergebnisse zu bieten, wird es zur Klärung der Diskussion beitragen können. I. Heinemann. insofern ihr im Mittelpunkt des Kampfes gegen den Rabbinismus Person und Anschauung des Gaon steht, in dem sie die zentrale Figur des Rabbinismus erblickt (wie aus Poznanski KLO passim erhellt; siehe auch 1 f.; JQR 10, 276). 83 Vgl. vor. Anm. 84 Vgl. oben S. 343 f.