Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 82 (1938)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Karäische Studien
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 329 (sequence 6)
- Language
- German
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Karäische Studien 329 Berliner Handschrift (or. 405 Steinschneider, Verzeichnis IT Nr. 200, S. 48 b — die entsprechende zum 1. Teil ist hebräisdi abgefaßt), die allerdings nicht mehr das ursprüngliche B. d. G. von Jesaja, sondern eine Umarbeitung desselben enthält, deren Verfasser der im 16. Jahrhundert zu Jerusalem lebende Elia ben 6Aron ben Mose ibn Abd al-Wali ist (Poznanski, MGW J 65, 141 f., bes. 142, 147; Friedmann 22), wird das Buch Jesajas als 14ספר מצות bezeichnet (הדה אלמו אלתאד מן ספר מצות אלדי 4לה״ר ישעיה הכהן ז״ל Ebenso wird in dieser Schrift Elias selbst, die mehrfach Fadil in der 3. Person anführt, in der Version der New Yorker Handschrift (fol. 207 a) gemäß der Mitteilung Poznanskis (145) das Buch Jesajas mit der Bezeichnung ם׳ מצות zitiert. (Poznanski 136 meint, daß diese Bezeichnung ס׳ מצות ebenso wie wohl der Titel ״ סדורohne Zweifel66 von Jesaja selbst stammt). Auch für die Schrift des Elia findet sich in der erwähnten New Yorker Handschrift am Beginn und Schluß der (unnumerierten) Inhaltsangabe der einzelnen Kapitel der Schrift (fol. 165 b—166 a; ein Inhaltsverzeichnis mit Numerierung folgt wiederum auf fol. 187 b bis 189 b) die Bezeichnung ספר מצות ודינים) ם׳ מצות bzw.אלכתאב ספר מצות; Pozn. 144). Auch das B. d. G. von Sahl ben Mazliach, arab. 15אבו אלסרי, karäischen Schrifttums nach Ha dass!, das, von den wenigen Ausnahmen abgesehen, größtenteils nur in einem — vielfach sogar rein wörtlichen — Ausschreiben der Vorgänger besteht, ohne daß irgendwie eine Entwicklung oder nur ein frischer geistiger Zug erkennbar wäre (vgl. die Charakteristik Poznanskis, KLO 72). Im Gegensatz hierzu ist die Schrift Fadils, was besondere Beachtung verdient, insofern man auf Grund der zwei von Fried mann edierten Kapitel urteilen kann, in der Art ihrer Anlage und Darstellung, besonders der Verbindung der gesetzlichen Bestimmungen mit religionsphilosophischer, zum Teil sachlich agadischer Erklärungsart (vgl. auch Poznanski, MGWJ 136ff.), für das karäische Schrifttum wirklich originell. Auch in der materiellen Halach:a (der Liturgie) enthält Fadil talmudische Institutionen, wie sie sich sonst nicht bei karäischen Sdhrift״ Stellern finden (P o z n. 136 Anm. 3; 137). Überhaupt fällt der talmudische Einfluß im Inhalt stark ins Auge (F r i e d m a n n 19, P o z n. 138, 139). Eben* so zeigt auch die Schrift Elias weitgehenden talmudischen Einfluß (P o z n. 150 Anm. 3). Vgl. auch weiter Kap. III. 14 Nicht ספר המצות (so Friedmann 9 Anm. 1; EJ 9, 23). 15 Abu al״Surri oder Sari; vgl. Steinschneider, Introd., JQR 11, 1899/19C0, 619, Nr. 746.