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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 5 · p. Seite 320

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 5
Article
Zur hebräischen Poesie des Mittelalters
Date
1938-01-01
Page
Seite 320 (sequence 15)
Language
German
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320 Ismar Elbogen Manuskript nun enthält 35 Gedichte und 5 Briefe von ihm35, die ihn als hervorragenden Fachmann erscheinen lassen, der in seinem Stil sehr stark von Mosche ihn Esra beeinflußt war. Die Vorlage ist sdilecht, einmal muß der Text sogar ergänzt werden. Die jetzt bekannt gewordenen Gedichte erweisen sich als neue Quelle für die Biographie des Verfassers36, die Geschichte seiner Familie und seines Freundeskreises. Auch seine Einstellung zu dem von ihm so heftig angegriffenen Maimonides und sein Verhältnis zur Philosophie überhaupt erscheinen in neuem Lichte; das ausführliche, leider unvollständige Gedicht über die Einheit Gottes (Nr. 39) lehrt, wie tief dieser allgemein als Gegner der Philosophie verschrieene Gelehrte in diese Wissenschaft eingedrungen war. Trotz überschwänglichen Lobes der späteren war auch Meschullam b. Schelomo da P ier a (ein Zeitgenosse Meirs) als Dichter vergessen37. Er stammte nach der Handschrift aus Gerona, und auch alle von ihm genannten Freunde lebten dort. Die neu entdeckten Gedichte enthalten viel autobiographisches Material; der Verfasser klagt über zahlreiche Gegner, besonders solche aus der Familie des Jizchak b. Serach ja Halevi; er ist aber sehr von sich eingenommen und entsprechend empfindlich. Meschullam ist ein bedeutender Talmudkenner und daher Verehrer Maimunis als Halachist, hingegen ist er ein Feind der Philosophie und bekämpft die Anhänger Maimunis in der Provence. Er kennt auch die klassisehen hebräischen Dichter Spaniens ganz genau, weicht aber bewußt von ihnen ab; er trennt Empfinden und Gedanken und liebt Naturschilderungen. Seine Sprache ist eklektisch, aus allen Arten der Literatur entnommen, wie auch die Gegenstände seiner Dichtung vielfach aus der arabischen und katalanischen Dichtung entlehnt sind. Seine Gedanken zu ermittein ist häufig recht schwierig, zumal er aphoristische, änigmatische Ausdrucksweise liebt. 35 Mitteilungen II S. 1—90. 36 Als Name seines Großvaters wird Meir festgestellt (nicht Jehuda). S. 4• ein Stammbaum der Familie, der 24 Namen enthält, ist S. 6 gegeben. 37 Das. IV S. .1—117. Einige ׳Gedichte daraus druckte Brody in der Klausner״Festschrift S. 267 ff.

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