Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 82 (1938)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Zur hebräischen Poesie des Mittelalters
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 317 (sequence 12)
- Language
- German
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Zur hebräischen Poesie des Mittelalters 317 artigen Mitteilungen sind die Register von höchster Wichtigkeit; sie geben alphabetische Verzeichnisse der Piutim Jannais und der anderen genannten Dichter, der Dichternamen und der Handschriften. Zu beachten sind die in den Dichtungen sehr häufigen Angaben der einschlägigen Melodien (לחן). Während diese Zeilen geschrieben werden, erscheint der stattliche Band der Textausgabe von Jannais Piutim24^; über ihn wird später zu berichten sein. Überraschungen bringen auch die andern Beiträge von Zulay, da sie mit unbekannten Dichtern bekannt machen und manche Schwierigkeit durch Kombinationen verschiedener Genisa-Texte lösen. So veröffentlichte er eine Chanukka- Keroba von Pinchas Hakohen, die er aus zwei Handschriften zusammenstellte25. Es ist anzunehmen, aber noch nicht sicher, daß dieser Pinchas mit dem von Saadja unter den alten Paitanim genannten identisch ist. Zulay stellt alle ihm bekannten Dichtungen eines Pinchas und alle Chanukka-Kerobot — ein sonst nicht bekanntesThema — aus einem Pinchas nahestehenden Dichterkreise zusammen. Daß sie alle den palästinensisehen Text der Tefilla zugrunde legen, weist sie in eine ganz bestimmte Zeit. Neu ist auch der Name des Paitan Nechemja b. Sehelomo b. Heman H a n a s s i, etwa aus dem 10. Jahrhundert26. In meinen ״Studien zur Geschichte des jüdischen Gottesdienstes“ sind einige Fragmente einer Aboda veröffentlicht, deren Zusammengehörigkeit und Akrostichon ich damals nicht ermitteln konnte. Jetzt stellt Zulay diese umfangreiche Aboda nach sieben Manuskripten zusammen. Dazu eine leider nicht vollständige Geschem-Komposition und Reste einer Keroba für Schabuot. Die Sprache ist so schwierig, daß ein besonderes Wörterverzeichnis notwendig erscheint. Daß die synagogale Dichtung alle Erlebnisse nicht nur der Gemeinde sondern auch des Einzelnen erfaßte, wissen wir, seitdem wir Piutim aus der Genisa kennen. Die Tatsache wird neu belegt durch die Piutim zu verschiedenen Gelegenheiten27 wie z. B. anläßlich eines Erdbebens in Tiberias — vielleicht aus dem Jahre 1033 — oder anläßlich der Judenverfolgung in 24a פיוטי יביי מלוקטים ויו״ל ע״י מנחם זולאי Piyyute Yannai, publ. by Menahem Zulay, Berlin, Schocken ״Verlag, 1938, Publications of the Research Institute for Hebrew Pöetry, Third Series, vol. II. 25 Mitteilungen I S. 149—174. 26 Das. IV S. 197—246. 27 Das. III 151—183.