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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 5 · p. Seite 316

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 5
Article
Zur hebräischen Poesie des Mittelalters
Date
1938-01-01
Page
Seite 316 (sequence 11)
Language
German
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316 Ismar Elbogen Kerobot, von denen wir hier zum erstenmal erfahren, haben viel Ähnlichkeit mit denen Jannais, auch das Schicksal mit ihnen gemein, daß ihre Teile in die Kerobas anderer versprengt wurden. Nun ist in Cambridge eine Handschrift erhalten (Add. 3363, Zulay S. 231 ff.), die stichwortartig eine Art Konkordanz von Piutim enthält, die sich in Kompositionen dieses Simon und Jannais nachweisen lassen. Diese Handschrift bietet in vielen Beziehungen den Schlüssel für die Auffindung von Jannais Piutim. Zulay sucht die für die Poesien Jannais charakteristischen Merkmale zu ermitteln, wie Wechsel im Rhythmus, Gegenüberstellung, Wortspiele, Wortgleichklang oder Wortbedeutungswechsel, dieVerwendung von zehn doppelzeiligen Strophen, von alphabetischen Alliterationen, von Reim, Refrain usw. Diese Merkmale kehren in Jannais Kerobot zu den Wochenabschnitten ständig wieder und helfen dazu, Piutim, die nicht seinen Namen tragen, ihm zuzuweisen. Auf Grund eines reichen Materials kann Zulay ein neues Schema für den Bau der Keroba Jannais aufzustellen versuchen, das von dem Davidsons abweicht. Wichtig ist auch sein Nachweis der Benutzung der Haphtaras (des dreijährigen Zyklus) im dritten Stück der Komposition, d. h. vor dem Akrostichon hinter [מחיה המתים. Der Versuch, die Zeit des Dichters zu bestimmen, führt freilich zu keinem bestimmten Ergebnis, da die Andeutungen zu vage sind. Vielleicht läßt sich eine Bemerkung auf die Herrschaft des byzantinischen Kaisers Heraklius (627 ff.) in Palästina beziehen (S. 271). Von Jannais Kerobot ist nicht eine einzige vollständig erhalten; um eine Probe des Baus zu geben, mußte Zulay eine solche aus verschiedenen Fragmenten zusammensetzen. Auf Grund seines Materials kann er für 115 Sedarim (das heißt also für dreiviertel aller vorhandenen) mehr oder weniger Stücke nachweisen (S. 275—307), dazu noch 54 Kompositionen für Feste oder andere ausgezeichnete Tage (S. 320 f.). Der letzte Teil dieser Studien bringt eine Beschreibung der 138 benutzten Handschriften und ihres Inhalts, die nach der Vokalisation in zwei Gruppen gesondert sind. Einige dieser Hand- Schriften sind; sehr reichhaltig und finden daher besonders eingehende und interessante Besprechungen24. Für diese Forschungen mit ihren vielen neu« 24 Z, B. 36, 7, 49, 50' (Teile des Mscr, sind im Kohut Gedenkbuch ver« öffentlicht), 56, 58 usw. Zulays und Habermanns Meinung, daß unter den aus Italien nach Deutschland gebrachten סודות התפלה Einreihung und Auf« bau der Piutim zu verstehen sind, entspricht nicht den Angaben der Quellen.

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