Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 5 · p. Seite 313

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 5
Article
Zur hebräischen Poesie des Mittelalters
Date
1938-01-01
Page
Seite 313 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2829132-2830031-2830037-2841426--55487-2841466
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Zur hebräischen Poesie des Mittelalters 313 tungen redet, die eines Kommentars bedürfen. Er hat sich auch in einer ausführlichen Einleitung um die Ehrenrettung Modenas bemüht. Vollständig ist sie ihm nicht gelungen18, aber seine Veröffentlichung sollte Anlaß geben, auf Grund des jetzt so reichlich vorliegenden Materials das ganze Lebensbild zu überprüfen. Dankbarer war die Aufgabe, die sich Bernstein mit der Herausgabe des Diwans des Immanuel Franc es (1618 bis ca. 1703) gestellt hat17, der als Dichterpersönlichkeit und als Charakter weit höher steht. Von seinen Dichtungen waren zwar viele bereits gedruckt, immerhin erhalten wir — abgesehen von dem Gewinn der Vereinigung — 102 unbekannte Lieder. Wir erfahren auch Näheres über Lebensumstände des Dichters, die bisher unbekannt waren. Ferner wird es möglich, seine Gedichte von denen seines Bruders Jakob genauer zu unterscheiden, eine restlose Trennung freilich gelingt auch heute noch nicht. Der Herausgeber hat das jetzt in New York befindliche Manuskript Halberstamm zugrunde gelegt, aber gelegentlich auch die anderen vorhandenen Hand- Schriften18 zu Rate gezogen. Die Anordnung der Gedichte im Druck stammt von ihm und folgt denselben Grundsätzen wie bei Modena. In der Einleitung (S. XVI—XXXVI) bemüht er sich, die Bedeutung Immanuels als Dichter herauszuarbeiten, der an die besten Traditionen der hebräischen Dichtung in Italien anknüpft, wenn er auch in vorgerückten Jahren Immanuel Romi als frivol verurteilt. Die Wiederbelebung der Dichtkunst in Italien nach einer langen Zeit des Niedergangs führt Bernstein auf die Wiederbelebung des jüdischen Nationalgeistes durch die Verfolgungen von 1648/49, durch die Verbreitung der Kabbala in Italien und das Aufkommen der sabbatianischen Bewegung zurück. Die Argumentation ist 10 Vgl. Davidsons Bemerkungen S. 9 ff. דיואן לר׳ עמנואל בן דוד פראבסיש יו״ל * * עם הערות ופלבוא כלאת ד״ר שמעון ברנשטיין. 17 הוצ' דביר, תל אביב, תרצ״ב 18 Das Manuskript des British Museum hält Bernstein nicht für das Original des Verfassers, es ist auch weniger reichhaltig als die anderen Handschriften. Nach B.s Angaben über die Entstehung des Manuskripts (S. XII) müßte es 1677 entstanden und 1679 revidiert sein.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.