Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 82 (1938)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Zur hebräischen Poesie des Mittelalters
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 308 (sequence 3)
- Language
- German
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308 Ismar Blbogen lungen, fast sämtliche in alten Verzeichnissen angeführte weitliehe Gedichte des Verfassers zum Abdruck zu bringen. Die neue Ausgabe enthält den Diwan mit 245 Gedichten, 16 Gürtelgedichte, 2 Briefe und die große Komposition ‘Anak. Eine Einleitung und die Erläuterungen sollen später folgen; soweit die Texte sich mit früher veröffentlichten Gedichten vergleichen lassen, sind die Lesarten vielfach besser. Die An- Ordnung folgt nicht, wie die von Bialik und Rawnitzki* 6, sachliehen Gesichtspunkten, sondern bleibt der Anordnung der handschriftlichen Diwane treu, die sich nach der alphabetisehen Reihenfolge der Endreime richten. Brocly, der früher die Gedichte ebenfalls nach anderen Gesichtspunkten geordnet hat, ist zu der Überzeugung gelangt, daß die jetzt von ihm gewählte Reihenfolge den Vorzug verdient7. Freilich werden dadurch sachlich zusammenhängende oder an die gleiche Person gerichtete Gedichte meist getrennt, aber die Register am Schluß (Gedichtanfänge S. 407—21, Personen 429 f.) erleichtern das Finden der Gedichte. Ein weiteres Register verzeichnet die vorkommenden Metren; diese sind auch am Anfang jedes Gedichts angegeben, wie auch das Manuskript stets arabische Überschriften bietet. Durch den Diwan erfahren wir viel über die persönlichen Beziehungen und den Freundeskreis des Dichters; Brody hat über die sich ergebenden neuen Erkenntnisse anderweitig geschrieben8. Das wichtigste Ergebnis ist die Zerstörung der von Luzzatto als Vermutung, von Graetz u. a. als Sicherheit verbreiteten Legende von Mosche ibn Esras unglücklicher Liebe zur Tochter seines Bruders, die sein ganzes Lebensglück zerstört, ein Zerwürfnis mit seinen Brüdern herbeigeführt und seine Ehelosigkeit verschuldet habe. Dieser ganze Bau erweist sich nun als Märchen; wir erfahren, daß der Dichter Frau und Kinder hatte, mit שירי משה בן עזרא מקובצים ״ * ע״י ח♦ ג. ביאליק וי♦ ח♦ רבניצקי בצירוף הערות מאת המסדרים 6 ועליהם נוספות מאת ד♦ ילין♦ ספר ראשון: שירי חול♦ הוצ׳ דביר♦ ירושלים תרפייח♦ 7 Mitteilungen III S. X. 8 Moshe ibn Esra, Incidents in his Iile, in Jewish Quarterly Review N. S. XXIV S, 309 ff.; Selected Poems of Moses ibn Esra, 1934, S. XXII f. Diese Veröffentlichung der Schiff Classics der Jewish Püblication Society sowie die vorangegangene der Gedichte Jehuda Halevis waren, mir nicht zugänglich.