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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 5 · p. Seite 299

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 5
Article
Bedeutungskundliche und bibelexegetische Bemerkungen
Date
1938-01-01
Page
Seite 299 (sequence 5)
Language
German
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Bedeutungskundlicbe und bibelexegetisdie Bemerkungen 299 bar nach bei den Veranstaltungen, die noch heute bei marokkanischen Juden zur Hochzeitsfeier gehören• ״Während das Elternhaus dem ununterbrochenen Kommen und Gehen von Festteilnehmern geöffnet ist, inmitten der Gesänge und Tänze, die Tag und Nacht andauern, ist die junge Frau in einen Raum verbannt, dessen Breite ein Bett zur Gänze ausfüllt. Im Winkel dieses Lagers, gegen die Mauer gelehnt, sitzt die junge Gattin. Sie muß die Augen dauernd geschlossen halten und den sich um sie abspielenden Vorgängen gegenüber gefühllos erscheinen derart, daß sie aussieht, als wäre sie die einzige, für die es keine Feste gibt. Während sie so, gewissermaßen nistend und verborgen, auf dem Bette hockt, ergötzen sich an den langen Tischen die Freunde an Speise und Trank.“20 Wo die Abgeschlossenheit nicht im wirklichen Raum durchgeführt ist, muß sie wenigstens durch das Verhalten der Braut ausgedrückt sein. Ich bringe die genannten Eigenschaften des Hochzeitsgemachs in Verbindung mit den Sitten der Raubehe. Das entführte Mädchen wurde in einem versteckten und gesicherten Raum untergebracht, um einerseits eine Flucht zu vereiteln, andererseits den nachsetzenden Mitgliedern ihrer Sippe das Auffinden der Geraubten zu erschweren. — Mitunter wurde das Abgeschlossensein durch Vorhänge markiert, mit denen man das bräutliche Lager umgab. Der nh. Ausdruck dafür ist כילה, das sowohl den Vorhang wie das Lager bezeichnet• Levy21 irrt, wenn er, wie es scheint, den Ausdruck einem Stamm כיל zuweist. Wie das ar. Adäquat *1/ umbraculum, conclave parvum erweist, liegt ein geminierter Stamm vor. Das י hat ähnlich wie in עילה Ursache nur vokalanzeigende Bedeutung. Das Auftauchen des 1-Lautes als n im Arabischen stellt keine Abnormität dar. Genau so findet es sich bei כלה das im Arab. als *.!5" jungeFrau vorkommt. Wir können unbedenklich die Gleichung auf stellen: י?*די? verhält sich zu כלה wie zu Die כלה trägt ihren Namen nach dem 20 Menorab VI 648. 21 Neuhebr. u. chald. Wb. II 318.

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