Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 82 (1938)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Das religiöse Problem in der personalistischen Philosophie
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 293 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Das religiöse Problem in der personalistischen Philosophie 293 steht ihr unsagbar fern/6 Auf dem Wege der denkenden Erkenntnis ist hier keine Vereinigung möglich, aber es bleibt dem Menschen die Möglichkeit, den Begriff mit Inhalt zu erfüllen und zu einer Einheit zu verschmelzen auf dem Wege der religiösen Introzeption. Religiosität bezeichnet William Stern als die absolute Form der heiligenden Introzeption. Das ״Heilige66 wird als ״vollkommen66 angesehen (die biblischen Forderungen Kedoschim tihju ״heilig sollt ihr sein“ — und heje tamim ״sei vollkommen66 besagen dasselbe), es ist nicht zu messen, ist selber Mafistab. Mannigfaltig sind jedoch Wesen und Form der Heiligsetzung. Heilig ist Familie, Volk, Menschheit, sofern sie zum Maßstab für unser Handeln, zum Quell aller Pflicht werden, zum sinngebenden Prinzip für alles Leben der Individuen; heilig setzen wir Ideen, die Pflicht, ״diesen erhabenen heiligen Namen66 (Kant), die Freiheit und andere Ideen, die nicht nur personifiziert, sondern sogar vergottet werden. Für heilig erklärt der gläubige Mensch Heroen und Penaten, Götter und Dämonen, Propheten und ״Heilige66 im engeren (kirchlichen) Sinne, eine mythische Symbolik, die doch von tieferer metaphysischer Bedeutung ist. Denn durch all diese Gestalten — sie mögen noch so unwirkliche Personifikationen sein — schimmern doch immer echte Werte, die der Mensch heilig halten muß und darum wohl auch als etwas Religionsähnliches empfindet. Aber es sind doch nur Teilwerte, und nur Endliches wird heiliggesetzt. Erst die Überwindung des Teilweisen und Begrenzten, erst die Erfassung des All, des Unendlichen, des Unbedingten und zugleich der Wille, sich in Fühlen und Verhalten, in Gesinnung und Handein, in Erkennen und Schaffen von diesem Unbedingten bestimmen zu lassen, ist eigentliche Religiosität. Zum Wesen solcher Religiosität gehört Absolutheit. Wird nun die Beziehung des Ich zu Gott empfunden als das Verhältnis von Unendlich-Klein zu Unendlich-Groß, von Absolut- Ohnmächtig zu Absolut-Allmächtig, vom Stäubchen zum Universum, so würde dies nicht nur Ausschaltung, sondern Vernichtung des Ich, würde Ent-Ichung bedeuten. Besteht aber das Ich auf seiner Absolutheit und sieht in Gott nur den Be-