Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 82 (1938)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Das religiöse Problem in der personalistischen Philosophie
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 290 (sequence 2)
- Language
- German
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290 Arthur Galliner mit diesem Buch die junge Wissenschaft weit über den Kreis der Fachgelehrten hinausgetragen in jedes Haus, in jede Familie, so hat er mit seinem Werk ״Die differentielle Psychologie in ihren methodischen Grundlagen“ den Spezialforschem das Fundament gebaut und ihnen — auch durch eine umfassende Bibliographie und durch die von ihm geleitete Zeitschrift — die Arbeiten auf diesem Gebiete erleichtert und ständig gefördert. Was seinen Arbeiten das besondere Gepräge gibt, ist dies: sie sind nicht abgekapselt, nicht als für sich allein existierende Probleme behandelt, sondern alle Einzeluntersucliungen sind schließlich bezogen auf eine, auf seine Grundanschauung vom menschlichen Wesen. Er setzt sich nicht nur mit den Anschauungen anderer Psychologen, mit der ״Denkpsychologie66 der Würzburger, der ״Gestaltpsychologie66 der Berliner Schule, mit der entwicklungs- und der sozial-psychologischen Betrachtungsweise auseinander, sondern stellt diesen Anschauungen, die er kritisch durchleuchtet und z. T. auch positiv wertet, seinen Personalismus gegenüber, d. h. ״die Überzeugung, daß die selbsttätige sinnvolle Einheit des persönlichen Lebens den Ausgangspunkt und ständigen Träger aller seelischen Entwicklung bilde66. Damit ist deutlich gesagt, daß alle psychologische Erkenntnis erst ihre Sinngebung erhält durch die organische Verbindung mit einer Weltanschauung, mit einem philosophischen System. In zwanzigjähriger Gedankenarbeit hat er sich dieses im ״Kritischen Personalismus66 geschaffen und in seinem Hauptwerk ״Person und Sache66 niedergelegt. Nicht um veränderte Antworten auf alte geläufige Fragen der Philosophie ist es ihm zu tun, sondern er formuliert die Grundfragen neu und verschiebt so die ganze Rangordnung der Probleme. Das Begriffspaar ״Geist und Stoff66 stand Jahrhunderte hindurch an der Spitze alles metaphysischen Denkens, er setzt an deren Stelle ״Person und Sache66. Was ist ihm ״Person66, was ״Sache66? ״Person66 ist ein solches Existierende, das trotz der Vielheit der Teile eine reale eigenartige und eigenwertige Einheit bildet und als solche eine einheitliche zielstrebige Selbsttätigkeit vollbringt, ״Sache66 da-