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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 4 · p. Seite 273

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 4
Article
Rund um Philo [Rezension]
Date
1938-01-01
Page
Seite 273 (sequence 5)
Language
German
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Rund um Philo 273 (S. 32). ״Der Mensch braucht sich selbst nur sein zu lassen,, was er im Grunde immer schon ist, nämlich Gottes Geschöpf, so erlöst ihn Gott selbst von seiner Sünde, dem Mißverständnis seiner selbst“ (S. 34). Und als Er״ gebnis der Frage nach der theologia naturalis in der phiionischen Theologie nennt Kuhlmann als metaphysisches Prinzip, das dem Kosmos und damit dem Menschen die Freiheit schafft, selbst und damit bei Gott zu sein oder aus seinem Selbstsein fallend Gott zu leugnen und darin sündig zu werden: ״einen strengen Schöpfungsglauben, der den Ort der Theologie im existierenden Kosmos selbst aufweist“. ״Theologie ist (natürlich) schlechthin, der Ausdruck einer gläubigen Weise zu sein, die Anzeige, daß der Kosmos seine Möglichkeit aus Gott zu sein ergreift“ (S. 36). Dieser Ausdeutung der phiionischen Theologie als spezifisch jüdisch wird dann als Ergebnis der Exegese vornehmlich des Römerbriefes die Un« möglichkeit jeder theologia naturalis bei Paulus gegenübergestellt und im Gegensatz zur Offenbarung des Gesetzes die Offenbarung in Christus am Kreuz ״die einer anderen Welt als des kommenden Aeons“ genannt. Paulus solle dem Gesetz des AT. jeden Offenbarungscharakter genommen haben (S. 101). —י• Bedenken gegen diese seinerzeit von mir als ״stark marcio״ nitisch“ bezeichnete (Jüdischer Glaube in dieser Zeit S. 72, Anm. 213) Paulusinterpretation haben christlicherseits Mittring (Zwischen den Zeiten 1931, S. 455) und W i n d i s c h (Theolog. Literaturzeitung 1932, 1) angemeldet. Die Bedenklichkeiten in Kuhlmanns P h i 1 o auffassüng und in der Anlage des Buches überhaupt sind m. E. folgende: So richtig her״ ausgestellt Philos strenger Schöpfungsglaube ist — nach meiner Meinung die einzige Glaubenslehre, die bei Philo als unverfälscht jüdisch zu be״ zeichnen ist —, so gewiß die strenge Geschiedenheit von Schöpfer und Schöpfung einer dialektischen Interpretation Handhaben liefert, so gewiß Philo auch ״das Gesetz“ für ״das in der Natur sich offenbarende Gesetz“ ge״ halten hat (z,. B. de Vita Mosis I, 41) — Kuhlmann also richtig urteilt, daß der Inhalt der Offenbarung ״die Schöpfung selbst“ sei (S. 31) —, so falsch wird all dieses, wenn es dem — in der Antithese noch dazu überspitzten —1 Gesetzesverständnis des Paulus gegenübergestellt wird und so die j ü ״ d i! s c h e Lehre getroffen werden soll, die gerade in der zentralen Frage des Gesetzes von Philo hoffnungslos verdreht worden ist. Der Inhalt der Offen« barung ist für das biblische und das rabbinische Judentum, nicht einfach die Schöpfung —; dies das Mißverständnis der Aufklärung —, sondern der Wille Gottes, der sich keineswegs aus der Schöpfung erkennen läßt: Weder das historische noch das kultisch-sakramentale, noch nicht einmal das gemeinhin ethische Gesetz ist für das Judentum theologia naturalis und auch für Philo ist diese Identifizierung nur bedingt zutreffend, (die Posaune sei von einem! Ende der Welt bis zum anderen gehört wordenl) da er ja den übernatürlichen Ursprung der Thora und die Geschichtlichkeit der Sinai״ Offenbarung mit Betonung festgehalten hat (hierfür vgl. z. B. de vita Mosis I, 38; II, 136 u. andere Stellen). Darum ist gegen Kuhlmann eine ־— gewiß durch Philos Hellenisierung seiner Begriffe einzuschränkende — Heterodoxie des Gesetzes zu behaupten. Ebensowenig ist eine so

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