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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 4 · p. Seite 261

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 4
Article
Beiträge zur Finanzgeschichte der jüdischen Gemeinden in Polen
Date
1938-01-01
Page
Seite 261 (sequence 14)
Language
German
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IRI
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Beiträge zur Finanzgeschichte der jüd. Gemeinden in Polen 261 stimmten Vermögens stufe gleichgesetzt und eine entsprediende Steuer festgelegt52. Und ebenso wie bei den Nichtjuden tritt immer deutlicher die Tendenz zutage, die Belastung des Vermögens durch Belastung des Einkommens zu vertauschen, wodurch immer breitere Schichten in den Kreis der Steuerzahler einbezogen wurden53. Die Bedeutung der eigentlichen Vermögenssteuer geht zurück, während die Einkommensteuer an Wichtigkeit gewinnt. Dazu kam, daß die Berechnung der Steuerauflage nicht ganz einfach war. Infolge der fragmentarischen Form der Quellen ist es kaum möglich, sich ein absolut klares Bild über die Steuerbelastung durch den סכום zu machen. Aber wie aus den erhaltenen Angaben zu ersehen ist, war die Berechnung sehr kompliziert. Dazu kamen verschiedene Einschränkungen in bezug auf Änderungen gegenüber dem Vorjahre. Im allgemeinen scheint das Prinzip vorherrschend gewesen zu sein, daß die Steuersummen erhöht, aber nicht vermindert werden durften54. An manchen Orten war die Erhöhung bzw.Verminderung auf ein Mindestmaß festgesetzt55. Bei Verlust des halben Vermögens oder bei Brand wurde dem Steuerzahler der סכום um 1/3 herabgesetzt50. Ebenso konnte man auf Grund eines Eides über die Vermögens Verhältnisse nicht mehr als ein Drittel ermäßigt bekommen57; trotzdem war in manchen Gemeinden der Satz der Summen, die durch Eid bekundet wurden, um 50% höher als derjenige von eingeschätzten Vermögen58. Durch diese geringe Beweglichkeit in der Steuerhandhabung kam es, daß Leute, deren Ver mögens Verhältnisse sich 52 Ebd. § 778. 53 Diese Tendenz kommt auch darin zum Ausdruck,, daß Regierungs״ steuern, wie schon erwähnt, nur zum Teil progressiv (gemäß dem סכום), z. T. aber gleichmäßig pro Haus oder Kopf eingezogen wurden. 54 Margoljes, Dubno rabati, 79; Pazdro 236. Vielleicht ist dies auf die Steuerhandhabung in Polen zurückzufübren, wo man die ״Szos“״Steuer oft nach alten Schätzungen gezahlt hat. (Rutkowski 231,) 53 Buber, Kirja nisgaba 97; vgl. dort auch 108. 50 Dubnow, 979. 57 Historische Schriften II, 89. 08 Margoljes, Dubno rabati 78; vgl. auch oben.

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