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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 4 · p. Seite 262

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 4
Article
Beiträge zur Finanzgeschichte der jüdischen Gemeinden in Polen
Date
1938-01-01
Page
Seite 262 (sequence 15)
Language
German
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262 B. Weinryb im Laufe einer gewissen Zeit geändert Latten, keine ent-* sprechende Verringerung bzw. Vermehrung der Steuerlasten erführen. Für eine Reihe von Kategorien wären Steuerer-* mäßigungeu vorgesehen. Bisweilen haben anscheinend Gemeinde-Vorsteher die durch Einschätzen auferlegten Steuern erlassen oder vermindert59. Auch die Einschätzer selbst haben;, entgegen den Verordnungen, die eine objektive Einschätzung forderten, bisweilen versucht, Einzelpersonen oder Gruppen zü bevorzugen und andere zu benachteiligen60. So kam es, daß ein Teil der Gemeindemitglieder weniger Steuern zahlten als ihnen zukam oder umgekehrt ihre Steuern nicht bezahlen konnten. Als weiteres Moment trat hinzu, daß die verschiedenen Steuern sich immer mehr häuften, und da sie — was Höhe und Umfang betrifft — an den ם בום gebunden waren, so führte dies schließlich dazu, daß ein Teil der Gemeindeinitglieder seine Steuern nicht mehr bezahlen konnte oder wollte. Zur Deckung der steigenden Bedürfnisse wurden zunahst Darlehen äufgenommen, und als diese ins Ungeheuere anzuwahsen begannen und allein schon die Zinsen große Beträge ausmächten, mußten neue Einkunftsquellen gesucht werden. Und so verfolgte man die Linie der .Ausdehnung der Einkommen- bzw. Umsatzsteuer, während die Vermögenssteuer an Bedeutung verlor. Im Jahre 1650 gestattete die litauische Landessynode den Gemeineren, die Krupki-Steuer ״zur Deckung von Schulden“ einzuführen61. Wie aus der Urkunde hervorzugehen scheint, handelt es sich hier um zwei Steuern: L Konsumptionssteuer (hauptsächlich für Fleisch), 2. Einkommensteuer bzw. Umsatzsteuer, Die Krupki-Steuer gleicht 59 Halprin, Tosafoth u״Meluim!!,Pinkas Medinat Lita 53. Sosis in: Zeit« schrift für jüdische Geschichte und Demographie II-III, 17. 00 Vgl. z. B. Pazdro 266 ff. Schwierigkeiten bei der Einschätzung und geringe Beweglichkeit in der Steuerbemessung sind auch in Gemeinden außerhalb Polens zu finden (vgl. z. B. die Statuten der Gemeinde Gaya, ver« offen tlicht in H. Gold, Die Juden und die Juden gemeinden Mährens in Ver« gangenheit und Gegenwart, Brünn 1929,32־). 6! . אידה קהילה שירצה לעשות גבית קראפק׳ לצורך תשלומי הובר הקהלה, יתאספו יחד מנהיגי הקהלה'ויעשויי סדר הגבי' בל פרטי דברי' של גבי' הקראפקא ומשא ומתן ♦ - •״ (Dubnow; Pinkas Hamedina § 474.) ־ ־ -

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