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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 3 · p. Seite 209

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1938-01-01
Page
Seite 209 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Besprechungen 209 ihm daran, einen innigen Zusammenhang festzustellen zwischen der Toledot und dem verlorenen Hebräer«Evangelium. Zu diesem Zwecke gibt er zu״ erst eine englische Übersetzung der Toledot aus der Wagenseil«Gruppe nach der Straßburger Handschrift (die interpolierten Stellen! in eckigen Klammern). Daran schließt sich ein in alle Einzelheiten durch geführter Vergleich mit den kanonischen Evangelien, besonders mit Matthäus, wo der Parallelismus manchmal überraschend ausfällt. Dann behandelt er auch die anderen Evangelien, mit Einschluß der apokryphen (auch der frag« mentarisch erhaltenen), ferner die Klementinen und Hermas, und schließ* lieh die patristische Literatur. Besonders ausführlich bespricht er Celsus, Justin — der eine bedeutende Rolle spielt — und Epiphanius. Er unterläßt es nicht, die sogenannte Jesusstelle dm Talmud1 mit in seine Unter* suchung hineinzubeziehen, und behauptet mit Recht, daß die Stelle im Talmud (Sabbat 104b; Sanh. 64a) sich gar nicht auf Jesus bezieht. Sie ist viel .später in die Toledot hineingetragen worden und hat eine ganz andere Bedeutung bekommen. Nach den Evangelien behandelt er den zweiten Teil der Toledot, den er mit der Apostelgeschichte vergleicht. Stets richtet er sein Augenmerk auf den Vergleich mit den Fragmenten des verlorenen Hebräer«Evange« liums. Aus diesen Vergleichen ergibt sich ein ganz neuer Zusammenhang zwischen diesen beiden. Verfasser erklärt, daß die Toledot mit in die große antbchristliche Literatur eingereiht werden müssen, die in den ersten Jahrhunderten besonders von heidnischer Seite so reichlich verfaßt wurde, welche die Kirche aber vollständig vernichtet hat. Ebenso sei es dem Ver« fasser der Toledot darauf angekommen, auf Schritt und Tritt eine satirische Gegenschrift gegen das Hebräer«Evangelium zu verfassen um so dien Ein«, fluß dieser Schrift, welche in hebräischer Sprache verfaßt und von dep Nazaränern und Ebioniten unter den Juden verbreitet wurde, zu brechen. Die Juden Christen oder Nazaräner waren zur Zeit des Hieronymus in Pu« lästina, Syrien etc. noch sehr zahlreich und versuchten natürlich Proselyten zu machen. Diese Toledot können nur entstanden sein, bevor die Kirche herrschend wurde. Verfasser verlegt die Abfassungszeit des 1. Teils in das 4. Jahrhundert; der zweite Teil und die letzten Kapitel sind nicht vor dem 8. Jahrhundert zugefügt; denn der Vf. zitiert Nestorius und sieht in Simon Kephas Simon den Säulenheiligen. Als Ort für die Abfassung des älteren Teiles sieht er Tiberias an; die Gesamtschrift kann nur im Orient verfaßt worden sein. Der Verfasser versucht dann durch den Vergleich, den er im einzelnen durchgeführt hat, womöglich den Charakter des verlorenen Evangeliums festzustellen und die Möglichkeit anzudeuten, wie mit Hilfe der Toledot und anderer Fragmente das verlorene Hebräer«Evangelium rekonstruiert werden kann. Er kennt alle hebräischen Texte der Toledot, die bisher veröffent« licht worden sind, und ich stimme mit ihm überein, wenn er dem Text des Huldrikus besonderes Gewicht beilegt. Verfasser verfügt über eine um« fassende Kenntnis der Kirchenliteratur, und jeder, der sich für die Ge« MomatsiS'Chiriift, 82. Jahrgang 14

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