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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 3 · p. Seite 200

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 3
Article
Die Funde von Lachisch [Rezension]
Date
1938-01-01
Page
Seite 200 (sequence 3)
Language
German
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200 Besprechungen wendeten Schreibmasse und Schreibmittel4, für die Verbreitung und Gelaufigkeit der Schrift, besonders aber für die Schreibweise des Hebräischen, die Abteilung und Trennung von Worten, die Schreibung des Tetragramms, des Piene und Defektiv usw.; mit Recht sagt Torczyner, daß man sich das Schriftbild der alten biblischen Texte nach dieser Analogie vorstellen müsse. Sehr bezeichnend sind auch die Einleitungsformeln und sonstigen Stereo« typen Wendungen, auch die Syntax und das Wörterbuch des Hebräischen erfahren einige Bereicherungen (s. S. 17). Zu beachten bleibt freilich, daß Hoschajabu, von dem. sicher einige Briefe herrühren, sich als einen Mann bezeichnet, der nicht zu lesen versteht5, wahrscheinlich auch nicht selbst schreibt, sondern diktiert und sich der ״unliterarischen“ Ausdrucksweise des einfachen Mannes bedient. Zahlreich sind die in den Briefen vorkommenden Namen; der erste enthält 9 verschiedene Namen, und im Verlauf finden sich weitere 13. Jeder einzelne wird sehr genau auf seine Zusammensetzung, Bedeutung und ander« weitige Verwendung untersucht6, wie überhaupt jedes Wort und jede Wendüng in den Briefen durch biblisches und nachbiblisches Hebräisch und durch andere semitische Sprachen belegt wird. Die meisten Namen sind theophore Namen, die auf יהו enden und darin dem Bestand im Buche Jeremia entsprechen. Es kann kein Zufall sein, daß die Namen dieser Zusammensetzung in jener Zeit so häufig sind. Es ist möglich, daß ihre Verwendung ein Folge der Reform des Königs Joschijahu ist (621), als deren Wirkung Starkey es auch betrachtet, daß er unter den Ruinen das Postament eines umgestürzten heidnischen Altars fand. Torczyner neigt dazu, die vorkommenden Menschen nach der Namensform in zwei Gruppen zu teilen, in die Anhänger der prophetischen Religion und diejenigen, die noch heidnisch gesinnt waren (S. 67 f.). Aber das geht sicher zu weit; so konsequent ist die Namengebung weder damals noch früher und ist auch unsere Überlieferung der Namen nicht. Wenn Menschen Jahrhunderte vor jener Zeit ähnlich gebildete Namen tragen, so kann man sagen, daß sie sich schon damals zu der JHWHgläubigen Gemeinde bekannten; aber der Vater des Propheten Jeschajahu z. B., der seinem Sohne einen theophoren Namen gegeben hat, heißt selbst אמדן» während schon lange vor ihm ein König in Juda und sogar der Oberpriester von Bethel den Namen אמציהו trägt. Auch in unseren Briefen ist die Trennung durchaus nicht durchzuführen. Der Adressat des Briefes, Ja‘usch, der zu den Anhängern des Propheten zu zählen wäre, hat einen Namen alten Stils, der hohe Offizier, der zu den Verfolgern dieser Gruppe gehört einen neuen ־־־־ יכבריהו von anderen, deren Rolle vor« erst weniger deutlich ist, ganz zu schweigen. In das bisher unbekannte Gebiet der militärischen Orders aus der Königszeit scheinen die wenigen erhaltenen Worte von Brief XIII zu führen: 4 Vgl. A. Lewis Exkurs über die Tinten des Altertums S. 188 ff. Nach ihm war das Schreibrohr in eine Eisen und Kohle enthaltende Tinte getaucht. 5 Wie weit man ihm glauben darf, ist eine andere Frage. 6 Eine erklärende Tabelle S. 198.

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