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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 3 · p. Seite 196

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 3
Article
Quellenkritische Studien zum hebräischen Josippon
Date
1938-01-01
Page
Seite 196 (sequence 7)
Language
German
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196 Luitpold Wallach in sein Werk nicht auf genommen hatte, da derselbe nichts von den Persern enthielt, die ihn nach dem Vorgang seiner chronologisch bestimmten Darstellung im Zusammenhang mit der Esthergeschichte interessierten. So fügte Josippon in einen schriftlichen, an Alexander gerichteten Friedensruf des Darius unter die Geschenke, die Darius dem Alexander anbot, ein: שבעים פילגשים עשר בשרשן הבירה (Sp. 92, 6 v. u.). Daß Josippon B in sein Buch aufnahm, geschah nur aus dem Grund, weil er darin eine Quelle für das weitere Schicksal der durch Alexander schließlich besiegten Perser erblickte; dies ist auch anderweitig zu erweisen. Denn sowohl die nicht geschilderten übrigen Taten Alexanders als auch diejenigen des Kyros sind nach den Worten, mit denen der Verfasser des Josippon B (auf Sp. 111) und seine Erzählung der Taten des Kyros (auf Sp. 50) abschließt unter Zugrundelegung von Esther 10, 2 seiner Meinung nach gemeinsam in der Chronik der Könige von Medien und Persien niedergeschrieben: ויתר דבריו הלא הם כתובים על ספר מלכי מדי ופרם. 5. Zusammenfassend ergibt sich aus unserer Untersuchung, daß der erste Teil der im Josippon überlieferten hebräischen Bearbeitung des Alexanderromans (Spalte 65—87, 1) das Werk eines Interpolators ist und für die Festlegung eines terminus ante quem non für die Entstehungszeit des Josippon nicht herangezogen werden kann. Mit dieser Feststellung des Interpolationscharakters erledigt sich auch die von P. E. Schramm10 ausgesprochene Vermutung, Josippon sei im 12. Jahrhundert 10 Kaiser, Rom und Renovatio, I und II, Leipzig1929 ־ Studien der Bibi. Warburg 17, 1 und 2. Schramm zeigt ausführlich, daß- Josippons Bericht einer Kaiserkrönung (vgl. Rieger in Vogelstein-Rieger, Gesch. der Juden in Rom S. 196 ff.), der bisher auf die Krönung Ottos d. Gr. zum Rö* mischen Kaiser 962 bezogen wurde, nicht etwa auf Augenzeugenschaft be* ruht, sondern auf eine lateinische Quelle zurückgehen muß. Aus der ver- ’gleichenden Interpretation mit den üblichen! Ordines der Kaiserkrönung und mit anderen einschlägigen Quellen ergibt sich so für diese die erste Hälfte des 11. Jahrhunderts als Entstehungszeit. Da Josippons Darstellung im Praesens gehalten ist und die gewöhnliche Akklamation des neugewählten Kaisers durch die Juden Roms nicht kennt, kann er auch kaum auf einen historischen Vorgang zurückgehen. Innerhalb seiner überlieferungsgemäßen Grenzen hält sich die Darstellung an ein den Krönungsordines adaequates Programm; vgl. P. E. Schramm, Die Ordines der mittelalterlichen Kaiser*

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